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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Cochlear Implantation bei Kindern mit kongenitaler Cytomegalievirusinfektion

Meeting Abstract

  • corresponding author Melanie Teschendorf - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Essen, Deutschland
  • Sandra Janeschik - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Essen, Deutschland
  • Heike Bagus - CIC-Ruhr, Essen, Deutschland
  • Diana Arweiler-Harbeck - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod458

DOI: 10.3205/10hnod458, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4587

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Teschendorf et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Cytomegalievirus (CMV)- Infektion stellt die häufigste intrauterine Virusinfektion dar. Bei ungefähr 0,1% aller Neugeborenen führt eine CMV-Infektion zu viszeralen oder zerebralen Symptomen. Zu den Spätkomplikationen zählen Ertaubung sowie psychomotorische und mentale Entwicklungsverzögerung. Ziel dieser Arbeit war es, die Entwicklung von Kindern mit einer symptomatischen CMV-Infektion und nachgewiesenen Fehlbildungen des Gehirns nach Cochlear Implantation zu untersuchen.

Material und Methode: 5 Kinder mit kongenitaler CMV-Infektion wurden an unserer Klinik mit einem Cochlear Implant versorgt. Bei allen Kindern lag bildmorphologisch eine Hirnfehlbildung im unterschiedlichen Ausmaß vor. Anhand von Standard-Testverfahren wurden Werte zur Entwicklung der auditiven Wahrnehmung, des Sprachverständnisses, der rezeptiven und expressiven Sprache ermittelt und mit einer Gruppe, bestehend aus 15 Kindern mit hereditärer Ursache der Ertaubung ohne Begleiterkrankungen, verglichen.

Ergebnisse: Das mediane Implantationsalter lag in der CMV-Gruppe bei 29 Monaten (1–3 Jahre), in der Vergleichsgruppe bei 33 Monaten (1–5 Jahre). Die mittlere Nachbeobachtungsdauer betrug in der CMV-Gruppe 2,9 Jahre (1–5 Jahre). Die Kinder zeigten sehr unterschiedliche Entwicklungsverläufe während der Rehabilitation, wobei Kinder mit Mikrocephalie (n=2) bei den eingesetzten Tests zur Evaluation des Sprachverstehens deutlich schlechtere Ergebnisse erzielten.

Schlussfolgerung: Kinder mit symptomatischer CMV-Infektion profitieren von einer Cochlear Implantation. Die Eltern sollten jedoch über das breite Ergebnisspektrum hinsichtlich der Sprachentwicklung und des Sprachverständnisses sowie über die Notwendigkeit einer intensiven Rehabilition nach der Implantation informiert sein.