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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Einfluss von Interleukin 6 auf den durch Cisplatin verursachten Verlust der kochleären Haarzellen

Meeting Abstract

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  • Agnieszka Szczepek - Charité, Berlin, Deutschland
  • Heidemarie Haupt - Charité Mitte, Berlin, Deutschland
  • Timo Stöver - Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M., Deutschland
  • Birgit Mazurek - Charité Mitte, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod455

DOI: 10.3205/10hnod455, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4550

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Szczepek et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Interleukin 6 (IL6) kann das Überleben der kochleären Haarzellen sowohl in Gegenwart von Cisplatin als auch ohne Cisplatin-Exposition beeinflussen. Ein unerwünschter Nebeneffekt bei der Chemotherapie mit Cisplatin ist der Schaden am auditorischen Gewebe, der zu irreversiblem Hörverlust führt. Kürzlich wurde über die wichtige Rolle von 3 pro-inflammatorischen Zytokinen (IL1β, IL6 und TNFα) bei der Cisplatin-Ototoxizität berichtet. Die Wirkung von IL6 auf das kochleäre Gewebe ist bisher nicht bekannt.

Methoden: Die Untersuchungen wurden an der organotypischen Kultur des Cortischen Organs (OC) der neugeborenen Ratte (Wistar, p3-p5) durchgeführt. Die Bestimmung der Expression des IL6-Rezeptors erfolgte mittels RT-PCR und Agarose-Gel-Elektrophorese. Die Explantate wurden in der Kultur mit recombinantem IL6 (0,3, 3, 30 und 90 ng/ml), Cisplatin (15 µM) oder gleichzeitig mit IL6 (30 ng/ml) und Cisplatin (15 µM) behandelt. Nach einem Tag wurden die Kulturen fixiert und mit Phalloidin gefärbt, um Anzahl und Morphologie der Haarzellen mittels Epifluoreszenz-Mikroskopie zu bestimmen.

Ergebnisse: Wir konnten nachweisen, dass (1) beide Untereinheiten des IL6-Rezeptors (IL6Ra und gp130) im OC auf mRNA-Ebene exprimiert sind. (2) Recombinantes IL6 ist nicht ototoxisch und beeinflusst in Konzentrationen von 0,3 bis 90 ng/ml nicht die Morphologie der Haarzellen. (3) Exogen zugegebenes IL6 hemmt den durch Cisplatin verursachten köchleären Haarzellverlust gering, aber statistisch signifikant.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie hat ergeben, dass IL6 den Verlust an kochleären Haarzellen, der durch Cisplatin verursacht wird, nicht verstärkt, sondern in vitro sogar otoprotektive Eigenschaften haben kann, wenn es gleichzeitig mit Cisplatin gegeben wird.