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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Experimentelle Untersuchungen zur Wärmeausbreitung im Innenohr bei der CO2-Laserstapedotomie

Meeting Abstract

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  • Olaf Specht - Institut für Biomedizinische Technik, Rostock, Deutschland
  • corresponding author Tino Just - Univ.-HNO-Klinik, Rostock, Deutschland
  • Karsten Ehrt - Univ.-HNO-Klinik, Rostock, Deutschland
  • Christoph Punke - Univ.-HNO-Klinik, Rostock, Deutschland
  • Hans Wilhelm Pau - Univ.-HNO-Klinik, Rostock, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod440

DOI: 10.3205/10hnod440, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4406

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Specht et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die CO2-Laserstapedotomie mit der Single-spot-Technik ist ein sicheres Verfahren zur Perforation der Stapesfussplatte. Bei Patienten mit otosklerotisch oder tympanosklerotisch stark verdickter Fussplatte kann eine zweite oder dritte Laserapplikation erforderlich sein. Ziel der Untersuchungen ist die Darstellung der thermischen Effekte im Vestibulum nach CO2-Laserapplikation bei intakter, bei unvollständiger Stapedotomie oder bei zuvor entfernter Fussplatte.

Methoden: Die thermo-mechanischen Effekte (Gasblasen- und Dampfentwicklung sowie herausgeschleuderte Flüssigkeitstropfen) im Vestibulum nach CO2-Laserapplikation (20 W, 0,6–0,7 mm Durchmesser, 40ms) wurde mit einer Highspeedkamera (1000 Bilder pro Sekunde) aufgenommen. Die thermischen Effekte wurden mit einer schnellen Infrarotkamera registriert. Die Untersuchungen erfolgten unter Verwendung einer flüssigkeitsgefüllten Glaskapillaren (Außendurchmesser 1,66 mm), Quarzglaskürvetten sowie an Felsenbeinpräparaten.

Ergebnisse: Bei CO2-Laserapplikation auf die Flüssigkeitsäule/Perilymphe wurden maximale Temperaturerhöhungen in 0,5 mm (im Felsenbeinpräparat) und bis 3 mm Tiefe (in der Glaskapillare) von 50 K bzw. 17 K gemessen. Die Temperaturerhöhungen gehen innerhalb von 3 Sekunden auf das Ausgangsniveau zurück. Nach 3 CO2-Laserapplikationen ist ein erheblicher Flüssigkeitsverlust nach außen zu verzeichnen.

Schlussfolgerung: Wiederholte CO2-Laserapplikationen auf ein partiell eröffnetes Innenohr führen zum Flüssigkeitsverlust im Innenohr und sollten aufgrund der registrierten Temperaturerhöhungen von 50 K in 0,5 mm Tiefe vermieden werden.