gms | German Medical Science

81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Häufigkeit, Ausdehnung und Behandlung von Gehörgangscholesteatomen

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Stefan Leopold - HNO-Klinik, AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt, Deutschland
  • Jörg Langer - HNO-Klinik, AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt, Deutschland
  • Klaus Begall - HNO-Klinik, AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod362

DOI: 10.3205/10hnod362, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod3629

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Leopold et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Cholesteatome sind häufige Erkrankungen des Mittelohres. Deutlich seltener treten sie auch isoliert im Gehörgang auf. Ursächlich werden rezidivierende Entzündungen, Mikrotraumen oder vorangegangene Operationen diskutiert. Sie treten aber auch spontan auf.

Im Zeitraum von 2001 bis November 2009 wurden an der HNO-Klinik des AMEOS-Klinikums Halberstadt 25 Patienten wegen eines Gehörgangscholesteatoms operiert. Die Auswertung der Daten erfolgte retrospektiv anhand der Patientenakten.

Zwölf Patienten stellten sich mit rezidivierender Otorrhoe, Verkrustungen und verstärkter Cerumenbildung des Gehörgangs vor. Weitere zwölf zeigten keine Symptome. Das Cholesteatom wurde bei einer Routinekontrolle bzw. zufällig erkannt. Ein Patient stellte sich mit einer durch das Cholesteatom verursachten Fazialisparese vor. Bei der Untersuchung zeigte sich bei 18 Patienten ein destruierendes Wachstum, sieben Mal bestand eine Perle im Gehörgang, in einem Fall beidseitig.

In drei Fällen waren vorangegangene Mittelohroperationen als mögliche Ursache anzusehen. Bei klinisch ausgedehnten Befunden wurde ein Felsenbein-CT angefertigt. Intraoperativ fanden sich bei fünf Patienten ausgedehnte knöcherne Destruktionen des Mastoids, Arrosionen des Fazialiskanals bzw. des Kiefergelenks. Die präoperativ auffällige Fazialisparese war im weiteren Verlauf rückläufig. Eine Hörverschlechterung trat bei einem Patienten mit ausgedehntem Gehörgangscholesteatom postoperativ auf. Rezidive wurden bisher nicht beobachtet.

Gehörgangscholesteatome sind selten. Sie fallen hauptsächlich durch Symptome einer Otitis externa wie Otorrhoe auf. Sie können eine enorme Ausdehnung erreichen und eine Gefahr vor allem für den N. fazialis darstellen. Eine operative Sanierung ist daher immer anzustreben.