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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Tinnitus als Phantomschmerz?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Caroline Koll - HNO-Universitätsklinik Düsseldorf, Deutschland
  • Thomas Klenzner - HNO-Universitätsklinik Düsseldorf, Deutschland
  • Jörg Schipper - HNO-Universitätsklinik Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod345

DOI: 10.3205/10hnod345, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod3457

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Koll et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nach operativer Therapie von Vestibularisschwannomen werden häufig Fazialisfunktion, Schwindelsymptomatik, sowie Hörergebnisse diskutiert. Der Tinnitus als ein Lebensqualität einschränkendes Symptom wird dabei häufig übersehen.

Methoden: Nach retrospektiver Befragung stellen wir 18 Patienten (12 Männer und 6 Frauen) im Alter von 26 bis 68 Jahren, welche ausschließlich auf translabyrinthärem Wege aufgrund eines Vestibularisschwannoms operiert wurden, vor. In allen Fällen erfolgte eine Durchtrennung des N. cochlearis. 83% der Patienten gaben bereits präoperativ an, unter dem Symptom Tinnitus zu leiden, 17% gaben keinen präoperativen Tinnitus an.

Ergebnisse: 60% der Patienten mit präoperativen Tinnitus gaben diesen postoperativ als unverändert an, 13% berichteten eine leichte Minderung des Tinnitus und 27% konnten postoperativ keinen Tinnitus mehr feststellen.

Schlussfolgerung: Trotz Sakrifizierung des Labyrinthblocks, sowie Durchtrennung N. cochlearis persistierte postoperativ bei mehr als 70% der Patienten nach Extirpation eines Vestibularisschwannoms der präoperative Tinnitus, sodass am ehesten von einer zentralen Genese im Sinne eines Deafferenzierungssyndroms auszugehen ist, welches bereits bei neurochirurgischen Zugangswegen beschrieben wurde. Daher sollte die neuronale Plastizität bei der Tinnitustherapie immer mitberücksichtigt werden.