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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Fremdmaterial im Mittelohr – eine seltene Komplikation nach Anpassung eines Ohrpassstückes

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christoph Henke - HNO Klinik Uni Würzburg, Deutschland
  • Joachim Müller - HNO Klinik Uni Würzburg, Deutschland
  • Rudolf Hagen - HNO Klinik Uni Würzburg,, Deutschland
  • Lars-Uwe Scholtz - HNO Klinik Uni Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod313

DOI: 10.3205/10hnod313, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod3135

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Henke et al.
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Gliederung

Text

Ohrstöpsel werden regelmäßig zur Okklusion des Gehörganges angefertigt, um ein Eindringen von Wasser über eine Trommelfellperforation in das Mittelohr zu verhindern. Für den Hörgeräteakustiker ist es dabei wichtig, den Gehörgang gut abzudichten, damit die Abruckmasse nicht in die Pauke gelangt.

Eine 5-jährige Patientin klagte trotz Adenotomie mit Einlage einer Paukendrainage alio loco über eine einseitige Hörminderung. Vor drei Monaten seien zum Schutz des Mittelohres Ohrpassstücke angefertigt worden.

Zum Untersuchungszeitpunkt im Universitätsklinikum Würzburg zeigte sich ein verdicktes Trommelfell mit einer zentralen Perforation. Um die Perforation fand sich entzündliches Granulationsgewebe. Im Tonaudiogramm war eine Schallleitungsschwer-hörigkeit von 30 dB nachweisbar.

Intraoperativ zeigte sich nach Eröffnung der Pauke ein weicher Fremdkörper im Mittelohr. Das zunächst unbekannte Fremdmaterial füllte das gesamte Mittelohr aus und zog sowohl ins Mastoid wie auch in die Tube. Im Rahmen der Nasenendoskopie fand sich zusätzliches Fremdkörpermaterial im Epipharynx. Zur vollständigen Entfernung des Silikonfremdkörpers mussten Amboss, Hammergriff und Hammerkopf reseziert werden. Anschließend wurde ein Ambossinterponat zum Höraufbau zwischen Paukenabdeckung und Stapeskopf eingestellt.

In Zusammenschau der Literatur gibt es nur wenige Fallberichte von Fremdkörpern im Mittelohr. Als Hauptsymptom steht die Hörminderung im Vordergrund. Zusätzlich treten aber auch Otalgie, Otorrhoe oder Schwindel auf. Besteht der Verdacht eines Mittelohrfremdkörpers, so ist die Tympanoskopie indiziert. Um Probleme bei der Herstellung von Ohrpassstücken zu vermeiden, muss die Lage der Gehörgangstamponade vor Applikation der Abdruckmasse kontrolliert werden.