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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Lärmtrauma nach Diskotheken- und Rockkonzertbesuch

Meeting Abstract

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  • corresponding author Julia Heller - HNO Uni Würzburg, Deutschland
  • Peter Elberg - Zahnklinik, München, Deutschland
  • Robert Mlynski - HalsNasenOhrenklinik, Würzburg, Deutschland
  • Rudolf Hagen - HalsNasenOhrenklinik, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod311

DOI: 10.3205/10hnod311, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod3119

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Heller et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Lärm zählt zu den häufigsten Ursachen der erworbenen Hörstörung, insbesondere Freizeitlärm durch zeitgenössische Musik in Diskotheken und auf Rockkonzerten. Die Lautheitspegel liegen hierbei im Mittel bei 100 dB (A).

Methoden: In den Jahren 1993 bis einschließlich 2003 wurden insgesamt 3409 Patienten an der HNO Universitätsklinik Würzburg stationär aufgrund einer akuten innenohrbedingten Hörstörung behandelt, in 141 Fällen bei Lärmtrauma nach Diskotheken- oder Konzertbesuch. Beide Kollektive wurden retrospektiv analysiert hinsichtlich Geschlechter- und Altersverteilung, klinischer Symptomatik und Verlauf sowie diagnostischer Befunde.

Ergebnisse: Lärmtraumata infolge von Musikeinwirkung betreffen insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, zumeist treten Symptome beidseitig auf. Der durchschnittliche Hörverlust bei 4 kHz betrug 21 dB [HL]. Der Zeitpunkt der Erstvorstellung lag bei den Patienten mit einseitiger Schädigung jedoch näher am Ereignis als bei beidseitiger Schädigung. Nur ein Drittel der Patienten war nach rheologischer Infusionstherapie nach Stennert beschwerdefrei. Bei 56% zeichnete sich eine deutliche Besserung der Beschwerden ab. Die Daten der Reintonaudiometrie korrelieren mit den subjektiven Befunden.

Schlussfolgerung: Derartige Lärmexposition führt meist zu beidseitiger Symptomatik mit entsprechenden audiometrischen Befunden. Unter intravenöser Cortisonapplikation modifiziert nach Stennert und Berücksichtigung einer Spontanremission während der stationären Therapie sind nur 37% der Patienten beschwerdefrei und erfahren etwa 58% der Betroffenen eine subjektive Besserung. Diese unregulierte Lärmbelastung bei Konzerten stellt eine erhebliche Gesundheitsgefährdung für das Sinnesorgan Ohr dar.