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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Zur Belastung der Knöchelchen bei der Applikation von Prothesen

Meeting Abstract

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  • Christoph Heckeler - Institut für Technische und Numerische Mechanik, Stuttgart, Deutschland
  • Michael Lauxmann - Institut für Technische und Numerische Mechanik, Stuttgart, Deutschland
  • corresponding author Albrecht Eiber - Institut für Technische und Numerische Mechanik, Stuttgart, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod308

DOI: 10.3205/10hnod308, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod3080

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Heckeler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei der Applikation von Prothesen im Mittelohr werden auf die Kette in räumlicher Richtung oft erhebliche Kräfte aufgebracht, deren Größe und Auswirkungen nicht hinreichend bekannt sind.

Methoden: Für eine Studie wurde ein Versuchsstand entwickelt, an dem die Kräfte während der Applikation von Prothesen für die Stapedotomie messtechnisch erfasst werden können. Es werden die räumlichen Komponenten der auf die Knöchelchenkette aufgebrachten Kräfte aufgezeichnet und der Prozess auf Video dokumentiert. Beim Einsetzen von Prothesen aus Formgedächtnismaterial erfolgt die Messung des Wärmeeintrages über eine Infrarotkamera.

Ergebnisse: Die Studie umfasst in einer standardisierten Vorgehensweise unterschiedliche Typen wie Clip-, Crimp- und Formgedächtnisprothesen als auch unterschiedliche Modellvarianten verschiedener marktgängiger Prothesen. Die Applikation wird von einem Kollektiv von mehreren Operateuren mit unterschiedlichem Erfahrungsstand durchgeführt.

Für diese unterschiedlichen Fälle liegen die gemessenen Kraftkomponenten im Bereich unter 1000 mN. Sie weisen jedoch abhängig vom Operateur und den verwendeten Prothesen im absoluten Betrag und auch in den zugehörigen Streuungen deutliche Variationen auf. Im Vergleich zu den Crimpprothesen zeigen die Clipprothesen deutlich niedrigere Applikationskräfte.

Schlussfolgerungen: Aus diesen Ergebnissen lassen sich sowohl Aussagen zur Handhabbarkeit und Fertigungsqualität von Prothesen als auch über die Geschicklichkeit des Chirurgen und der Sicherheit des Applikationsprozesses (Reproduzierbarkeit, Abweichungen) ableiten. Der Versuchsstand lässt sich auch als objektives Trainingsgerät zur Ausbildung nutzen.