gms | German Medical Science

81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Invasiv oder nicht-invasiv – rechtfertigt eine höhere Navigationsgenauigkeit die Anwendung invasiver Referenzierungssysteme?

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Tanja Daniela Grauvogel - HNO-Uniklinik Freiburg, Deutschland
  • Eric Soteriou - HNO-Uniklinik Freiburg, Deutschland
  • Susan Arndt - HNO-Uniklinik Freiburg, Deutschland
  • Wolfgang Maier - HNO-Uniklinik Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod297

DOI: 10.3205/10hnod297, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod2974

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Grauvogel et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Der Einsatz einer nicht-invasiven Registrierung hat sich in der modernen Computer-assistierten Chirurgie etabliert. Dennoch gilt die Registrierung mittels invasiver Schraubmarker aufgrund der damit höchsten erreichbaren Genauigkeit nach wie vor als Goldstandard. Bislang liegen keine belastbaren Daten vor, ob durch die Verwendung eines nicht-invasiven anstelle eines invasiven Referenzierungssystems (RS) die Genauigkeit zusätzlich beeinflusst wird.

Die Messungen erfolgten an 4 Modell-Gipsköpfen, die mit Hilfe eines 3-D-Druckers anhand von CT-Datensätzen erstellt wurden. Jeder Kopf erhielt eine individuell gefertigte Silikonhaut. 26 Titanschrauben an definierten anatomischen Lokalisationen dienten als target fiducials. Verglichen wurden 2 nicht-invasive RS (Headset, Headband) mit dem invasiven Kalotten-fixierten RS. Registriert wurde jeweils durch Laseroberflächenscan. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Varianzanalyse und Tukey-Test.

Die Gesamtgenauigkeit unter Berücksichtigung aller 26 Lokalisationen betrug bei Verwendung des invasiven RS 1,3 mm. Das Headset ergab eine Zielabweichung von 1,44 mm, das Headband von 1,46 mm (nicht signifikant). Bei Aufschlüsselung nach unterschiedlichen anatomischen Regionen bestanden teilweise deutliche Differenzen zwischen den RS. Insbesondere im Mittelgesicht (frontal, Siebbein und Jochbogen) war das invasive RS den nicht-invasiven Verfahren signifikant überlegen.

Grundsätzlich scheinen bei Betrachtung der Gesamtgenauigkeit die nicht-invasiven RS dem invasiven System ebenbürtig zu sein. Jedoch verlangen lokalisationsspezifische Unterschiede ein differenziertes Vorgehen. Bei Eingriffen im Mittelgesicht sollte bei schädelbasisnahen Manipulationen dem invasiven RS der Vorzug gegeben werden.