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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Tonsilläre Metastasierung eines nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (primäres Adeno-Karzinom)

Meeting Abstract

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  • corresponding author Fabian Sommer - Universität Ulm, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Ulm, Deutschland
  • Gerhard Rettinger - Universität Ulm, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Ulm, Deutschland
  • Konrad Kastl - Universität Ulm, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Ulm, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod223

DOI: 10.3205/10hnod223, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod2235

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Sommer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die typischen Metastasierungswege des bronchialen Adeno-Karzinoms sind regionär lymphogen bzw. hämatogen in Leber, Gehirn, Nebennieren oder Skelett. Eine Metastasierung eines Adeno-Karzinoms in die Tonsille wurde bisher nicht beschrieben.

Kasuistik: Vorgestellt wird der Fall einer 57-jährigen Patientin mit einem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom mit zerebraler Metastasierung. Nach erfolgter Radiatio der zerebralen Metastase mit 30 Gy und Polychemotherapie war eine rechtsseitige, streng auf die Tonsillenloge begrenzte, weißliche und derbe Gewebsveränderung aufgefallen. Foetor, Schmerzen oder Dysphagie lagen zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Eine antibiotische Therapie hatte keine Besserung ergeben. Die histologische Aufarbeitung der Probeexzision der rechten Tonsille ergab die Diagnose eines Adenokarzinoms.

Aufgrund der insgesamt vorliegenden palliativen Situation und des reduzierten Allgemeinzustands der Patientin wurde von einer Tumor-Tonsillektomie abgesehen. Unter palliativer Chemo-Therapie zeigte sich ein deutlicher Progress des Tumor-Wachstums bronchial bei gleichzeitiger Regredienz der tonsillären Manifestation.

Die Patientin verstarb im September 2009 aufgrund respiratorischer Globalinsuffizienz bei weiter progredientem Bronchial-Karzinom.

Schlussfolgerung: Das Auftreten von Metastasen eines bronchialen Adeno-Karzinoms im Kopf-Hals-Bereich ist sehr selten. Nur ca. 0,8% der bösartigen Neubildungen der Tonsillen sind Metastasen. Trotz der geringen Prävalenz ist bei Vorliegen einer streng einseitigen Tonsillenveränderung die Möglichkeit einer Metastasierung in Betracht zu ziehen.