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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Metastase mit unbekannten Primärtumor im Kopf-/Halsbereich (CUP) – Outcome-Vergleich primäre Radio-(Chemo) Therapie versus Neck-Dissection mit adjuvanter Radiatio

Meeting Abstract

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  • corresponding author Boris Saul - HNO-Uniklinik Ulm, Deutschland
  • Gerhard Rettinger - HNO-Uniklinik Ulm, Deutschland
  • Philipp Gruen - HNO-Uniklinik Ulm, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod210

DOI: 10.3205/10hnod210, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod2108

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Saul et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das CUP Syndrom (Karzinom bei unbekannten Primärtumor) im Kopf-/Halsbereich erfordert eine spezifische therapeutische Vorgehensweisen. Neben einer primär chirurgischen Therapie (Neck-Dissection, Radiatio), wird z.B. in den USA als Therapie nur eine primäre Radiochemotherapie (mit Salvage-Neck-Dissection) durchgeführt. Ziel dieser Studie war es, beide unterschiedlichen Therapiekonzepte anhand des Patientenguts der eigenen Klinik zu vergleichen.

Methoden: In einer retrospektiven Studie wurden 70 Patienten mit cervikaler Manifestation eines CUP Syndroms, die sich von 01/1995 bis 12/07 an der Univ.-HNO-Klinik Ulm vorstellten, eingeschlossen. Während dieser Zeit wurden beide oben genannten Therapiekonzepte in unserer Klinik verfolgt. Die Berechnung der Überlebensstatistik wurde mittels Survivalanalyse nach Kaplan-Maier durchgeführt. Statistische Unterschiede wurden mit dem Logrank-Test ermittelt.

Ergebnisse: 70 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Bei 62 Patienten handelte es sich um ein Plattenepithelcarcinom. Bei 31,4% der Patienten wurde eine primäre chirurgische Therapie (ab 2003), bei 51,4% der Patienten eine primäre Radio-(Chemo) Therapie (1995–2003), durchgeführt. Die 3-, 5- und 10- Jahres-Gesamtüberlebensrate aller Patienten lag bei 61%, 49% bzw. 33%. Im Vergleich beider Therapiekonzepte ergibt sich im Logrank Test ein Wert von 4,39263 mit p<0,05, mit signifikant höherer Überlebenswahrscheinlichkeit zugunsten der primär chirurgischen Therapie mit adjuvanter Radiatio.

Fazit: Mit der an unserer Klinik durchgeführten Therapie des CUP Syndroms im Kopf-/Halsbereich konnte ein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zugunsten der primär chirurgischen Therapie im Vergleich zur primären Radio-(Chemo)Therapie gezeigt werden.