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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Epidemiologie der malignen Kopf-Hals-Tumoren in Deutschland: Analyse der Thüringer Krebsregister von 1996 bis 2005

Meeting Abstract

  • corresponding author Orlando Guntinas-Lichius - Univ.HNO-Klinik, Jena, Deutschland
  • Jens Büntzel - HNO-Klinik, Nordhausen, Deutschland
  • Dirk Esser - HNO-Klinik, Erfurt, Deutschland
  • Ulrike Schalldach - Strahlenklinik, Erfurt, Deutschland
  • Peter Lochner - HNO-Klinik, Suhl, Deutschland
  • Andreas Müller - HNO-Klinik, Gera, Deutschland
  • Stefan Schultze-Mosgau - Zahn-, Mund-, Kieferchirurgie, Jena, Deutschland
  • Annelore Altendorf-Hofmann - Chirurgie, Jena, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod156

DOI: 10.3205/10hnod156, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod1563

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Guntinas-Lichius et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Detaillierte Analysen zur aktuellen Epidemiologie von malignen Kopf-Hals-Tumoren liegen für Deutschland nicht vor.

Methode: Wir analysierten 3821 registrierte primäre Kopf-Hals-Malignome der Thüringer Krebsregister im Bezug auf Patientencharakteristika, Tumorstadien, Inzidenz, Behandlung und Überlebensdaten.

Ergebnisse: Zwischen 1996 und 2005 ist die Inzidenz für Malignome des Oropharynx, Hypopharynx, Larynx und der Speicheldrüsen für Männer, und für die Mundhöhle und den Hypopharynx für Frauen gestiegen. Ein signifikanter Trend zu mehr multimodaler Therapie, also einer Kombination von Chirurgie, Radiotherapie und Chemotherapie, und zu weniger solitärer Radiotherapie wurde deutlich. Der mediane follow up betrug 42 Monate. Das 5-Jahres Überleben (5Ü) betrug für alle Patienten 47,8%. Das 5Ü betrug für Tumoren der Lippe, Mundhöhle, Nasopharynx, Oropharynx, Hypopharynx, Larynx, Speicheldrüsen und Nase/Nasennebenhöhlen 75,7%, 42,6%, 43,5%, 45,9%, 27,2%, 57,3%, 61,0% und 34,9%. Das 5Ü war in den Jahren 2001–2005 für keine Tumorlokalisation besser als in den Jahren 1996–2000. Die multivariate Analyse stellte männliches Geschlecht, Alter ≤60 Jahre, Therapie ohne Chirurgie, höhere T, N oder M Klassifikation als unabhängige negative Risikofaktoren für das Überleben (p < 0,0001) heraus.

Schlussfolgerung: Mehrere Kopf-Hals-Tumorlokalisationen zeigten in Thüringen eine veränderte Inzidenz in den vergangenen Jahren. Obwohl sich die Therapiestrategien geändert haben, hat sich das Überleben der Patienten zwischen 1995 und 2006 nicht signifikant verbessert.