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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Zungengrundmetastase eines Nierenzellkarzinoms – 2 Fallberichte

Meeting Abstract

  • corresponding author Marlen Bernhardt - Universitätsklinikum Würzburg, HNO-Klinik, Würzburg, Deutschland
  • Matthias Scheich - Universitätsklinikum Würzburg, HNO-Klinik, Würzburg, Deutschland
  • Rudolf Hagen - Universitätsklinikum Würzburg, HNO-Klinik, Würzburg, Deutschland
  • Hans-Ullrich Völker - Universitätsklinikum Würzburg, Pathologisches Institut, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod134

DOI: 10.3205/10hnod134, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod1348

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Bernhardt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Exophytische Raumforderungen im Zungengrund stellen sich in den meisten Fällen als Plattenepithelkarzinome dar. Bei einem Nierenzellkarzinom in der Vorgeschichte sollte jedoch auch an eine Metastase dieses Tumors gedacht werden.

Kasuistik 1. Fall: Eine 67-jährige Patientin stellte sich mit einem Globusgefühl vor. Auf Grund eines Nierenzellkarzinoms war neun Jahre zuvor eine Nephrektomie rechts durchgeführt worden. In der klinischen Untersuchung fand sich am rechten Zungengrund ein exophytischer, livider Tumor.

Kasuistik 2. Fall: Ein 56-jähriger Patient stellte sich auf Grund einer zunehmenden Dysphagie sowie einem Globusgefühl vor. Vor acht Jahren war er auf Grund eines Nierenzellkarzinoms links nephrektomiert worden. Die klinische Untersuchung zeigte einen gestielten Tumor am Zungengrund rechts.

Verlauf: Bei beiden Patienten war nach initialer Komplettremission inzwischen eine palliative Situation auf Grund von Spätmetastasen eingetreten. Beide zeigten zum Untersuchungszeitpunkt zerebrale und pulmonale Metastasen. Zur Beseitigung der geschilderten Beschwerden und Verbesserung der Lebensqualität wurde eine palliative Resektion durchgeführt. In beiden Fällen ergab die Histologie eine R0 resezierte Nierenzellkarzinommetastase. Die Patienten konnten mit einer deutlichen Besserung ihrer Beschwerden entlassen werden.

Schlussfolgerung: Metastasen im HNO-Bereich durch ein Nierenzellkarzinom sind selten und treten oft erst nach einer langen Latenzzeit auf. Bei einer unklaren Raumforderung im Zungengrund sollte deshalb auch lange nach Erstdiagnose eines Nierentumors an eine Metastase gedacht werden. Auch in einer insgesamt palliativen Situation kann eine laserchirurgische Resektion zur deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.