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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Die Behandlung einer Aerophagie durch manualtherapeutische Intervention – ein Fallbericht

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christiane Porsch - Universitätsklinik für HNO-Heilkunde Magdeburg, Deutschland
  • Wilma Vorwerk - Universitätsklinik für HNO-Heilkunde Magdeburg, Deutschland
  • Christoph Arens - Universitätsklinik für HNO-Heilkunde Magdeburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod061

DOI: 10.3205/10hnod061, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod0610

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Porsch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Als Aerophagie wird gemeinhin ein Symptom beschrieben, das mit oft unbewußtem Luftschlucken im Rahmen psychischer oder vegetativer Störungen beschrieben wird. Die Folge ist meist ein vermehrtes Aufstoßen. Häufig wird dieses Symptom als psychosomatische Begleiterscheinung abgetan. Die betroffenen Patienten werden zwar internistisch durchdiagnostiziert, eine suffiziente Therapie kann den Patienten aber nur zum Teil durch eine psychosomatische Exploration angeboten werden.

Kasuistik: In unserer phoniatrisch/pädaudiologischen Sprechstunde stellte sich eine 69-jährige Patientin mit einer Aerophagie vor. Seit mehreren Jahren kam es zu einer anfallsartigen Symptomatik, die durch Husten und tiefe Inspiration ausgelöst werden konnte. Besonders kritisch war die gleichzeitige Dyspnoe während der Anfälle.

Im Röntgen der Halswirbelsäule (HWS) war eine degenerative Veränderung der HWS sichtbar mit leichtem Versatz der Halswirbelkörper 2 und 3 sowie 4 und 5 gegeneinander. Die HNO-ärztliche Untersuchung zeigte bis auf eine dezente Larynxschleimhautrötung einen Normalbefund. Bei der Exploration der HWS war eine segmentale Hypomobilität (C3-C4) palpabel und die Beschwerden triggerbar. Manualtherapeutisch wurde die HWS im Bereich der oberen Kopfgelenke mobilisiert. Die Patientin war danach beschwerdefrei.

Schlussfolgerungen: Die bisher noch nicht beschriebene manualtherapeutische Therapie bei diesem Krankheitsbild könnte eine Affektion des Nervus phrenicus beseitigt haben. Unserer Meinung nach sollte bei Aerophagie an eine solche therapeutische Option gedacht werden.