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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Die Vermeidung von Blutaspiration bei Perkutaner Dilatativer Tracheotomie (PDT) durch Einsatz der Superponierten Hochfrequenz-Jetventilation (SHFJV®) – eine experimentelle Untersuchung

Meeting Abstract

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  • corresponding author Eckart Klemm - HNO-Klinik, Dresden, Deutschland
  • Andreas Nowak - Klinik f. Anästhesie und Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Dresden, Deutschland
  • Dominik Lirsch - Carl Reiner Medizintechnik GmbH, Wien, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod035

DOI: 10.3205/10hnod035, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod0350

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Klemm et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: SHFJV® ist eine druckkontrollierte nieder- und hochfrequente Jetventilation mit suffizienten Tidalvolumina und Oxygenation. Ein Nebeneffekt ist die Vermeidung von Blutaspirationen bei laryngo-trachealen Eingriffen. Ziel der experimentellen Prüfung war die Visualisierung der Rückstromeffekte bei PDT mit dem Tracheotomie-Endoskop TED [1], [2].

Methode: Eine Testlunge (Dual Adult Training Test Lung, Trachea 20 mm Ø) wurde über das TED Größe G (Storz GmbH) mit SHFJV (Twin Stream Carl Reiner GmbH) simultan über 2 integrierte Düsen (HF=600/min, I:E=1:1; NF=12/min, I:E=1:1, Abstrahldrücke (Pjet) von 0,5; 1,0; 1,2; 1,5 und 2,0 bar) ventiliert. Compliance der Testlunge 0,04 l/cm H2O. Die effektiven Tidalvolumina (TVe) und Atemwegsdrücke (PIP/PEEP) der Testlunge wurden gemessen. Das TED wurde mit dem Atemwegsdruck- und -gasmonitoring des Respirators verbunden. 20 ml blutvisköser Flüssigkeit wurde während der Punktionsphase einer PDT in ein graduiertes Trachea-Modell instilliert und Wanderbewegungen bei Beatmung mit SHFJV durch Video-Aufnahmen gemessen.

Ergebnisse: 25 Messreihen zeigten reproduktiv, dass Blut in der Trachea durch SHFJV® nicht in die Tiefe von Trachea und Lunge verschleppt wird. Kraniale Wanderungen der Testflüssigkeiten wurden beobachtet.

Schlussfolgerungen: Die SHFJV® ist bei laryngo-trachealen Eingriffen mit potenzieller Gefahr von Einblutungen in die Atemwege ein optimales Beatmungsverfahren, was im experimentellen Ansatz sicher bestätigt wurde.


Literatur

1.
Klemm E. Das Tracheotomie-Endoskop für Dilatationstracheotomien (TED). Laryngo-Rhino-Otol. 2006;85:628-32.
2.
Nowak A, Klemm E, Rothe KF. Use of a Tracheotomy-Endoscope for Percutaneous Dilatational Tracheostomy, Results of a Pilot Study. Anesthesiology. 2007;107:A961.