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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Büschelartiges Hämangiom im Erwachsenenalter

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christine Breunig - Univ.-HNO-Klinik Freiburg, Deutschland
  • Jens Pfeiffer - Univ.-HNO-Klinik Freiburg, Deutschland
  • Gerd J. Ridder - Univ.-HNO-Klinik Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod015

DOI: 10.3205/10hnod015, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod0157

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Breunig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das büschelartige Hämangiom (acquired tufted hemangioma oder angioblastoma of Nakagawa) ist eine seltene benigne vaskuläre Malformation. Das typische histologische Bild zeigt runde oder oval konfigurierte vaskuläre Lobuli im Korium mit einem so genannten „canonball“-Verteilungsmuster. Es kommt vor allem in der Haut sowie dem Subkutangewebe vor und in 50% der beschriebenen Fälle vor dem 5. Lebensjahr.

Methoden: Wir berichten über den ungewöhnlichen Fall einer 68-jährige Patientin, die sich mit einer größenprogredienten Halsschwellung vorstellte. Die HNO-ärztliche Untersuchung zeigte eine prall-elastische, etwa 4x4 cm große, verschiebliche Raumforderung nuchal rechts ohne äußerliche Hautveränderungen. MR-angiographisch stellte sich ein scharf abgrenzbarer Tumor mit früharterieller Hyperperfusion ohne begleitende Lymphadenopathie dar.

Ergebnisse: Zur histologischen Sicherung erfolgte die Grobnadelinzisionsbiopsie, welche ein zellreiches kapilläres Hämangioms ohne Anzeichen für Malignität zeigte. Nach präoperativer Embolisation erfolgte daher die Tumorexstirpation im Sinne einer selektiven Neck Dissection rechts. Histopathologisch bestätigte sich ein büschelartiges Hämangiom. Klinische und radiologische Follow-up-Untersuchungen ergaben keinen Anhalt für ein Lokalrezidiv oder eine Metastasierung.

Schlussfolgerung: Obwohl das büschelartige Hämangiom als benigne Gefäßproliferation gilt sind in der Literatur gelegentlich lymphonoduläre Metastasierungen bzw. ein multifokales Wachstum beschrieben. Therapeutisch wird bei fehlender Spontanregression daher die Exstirpation empfohlen. Regelmäßige klinische Verlaufsuntersuchungen sind anzuraten.