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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Charakterisierung der Veränderung der Distorsionsprodukte otoakustischer Emissionen (DPOAE) bei Hirndruckanstieg beim Meerschweinchen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Ulrich Straßen - Klinikum Großhadern Klinik und Poliklinik für HNO / WBex, München
  • Klaus Mees - Klinikum Großhadern Klinik und Poliklinik für HNO, München
  • Nikolaus Plesnila - Institut für chirurgische Forschung, München
  • Bernhard Olzowy - Klinikum Großhadern Klinik und Poliklinik für HNO, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod510

DOI: 10.3205/09hnod510, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod5101

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Straßen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei Anstieg des intrakraniellen Drucks (ICP) werden die DPOAE beim Menschen zwischen 0,75 und 1,5 kHz leiser, während die höheren Frequenzen sich kaum verändern. Die DPOAE wurden daher für ein nicht invasives Monitoring des ICP vorgeschlagen. Da bisher keine Studien bezüglich verschiedener Stimulusparameter für die ICP-Evaluation existieren, war es Ziel der vorliegenden Arbeit, ein Hirndruckmodell beim Meerschweinchen zu etablieren und die durch ICP-Erhöhung hervorgerufenen DPOAE-Veränderungen zu charakterisieren.

Methoden: Bei 20 Tieren wurde ein Zylinder auf eine Kraniotomie aufgesetzt und durch Befüllung mit Wasser der ICP stufenweise auf Werte bis zu 30mmHg erhöht. Simultan wurden DPOAE gemessen und der Hirndruck über eine Parenchymsonde bestimmt.

Ergebnisse: Von 13 auswertbaren Tieren zeigten 7 keine signifikanten DPOAE-Veränderungen. 6 Meerschweinchen zeigten signifikante Veränderungen der DPOAE, wobei die DPOAE bei zwei Tieren ab 20mmHg bei 16 kHz leiser, bei zwei Tieren ab 15mmHg bei 12 bzw. 12 und 16 kHz lauter wurden. Bei zwei Tieren wurden die DPOAE bei 15mmHg (12 und 16 bzw. 8 kHz) zunächst lauter und ab 25mmHg bei 4,8,12 und 16 bzw. nur bei 12 kHz leiser. Bei allen anderen Frequenzen verhielten sich die DPOAE stabil.

Schlussfolgerungen: Bei der Mehrzahl der untersuchten Tiere treten unter Hirndruck keine Veränderungen der DPOAE auf. Möglicherweise findet bei diesen Tieren keine Druckübertragung vom Liquor- auf den Perilymphraum statt. Finden sich Veränderungen der DPOAE, dann betreffen diese wechselnde Frequenzbereiche und sind nicht reproduzierbar mir dem Hirndruck korreliert. Das Hirndruckmodell am Meerschweinchen erscheint für die Charakterisierung von Veränderungen der DPOAE unter Hirndruck nur bedingt geeignet.