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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Häufigkeit der kontralateralen Halslymphknotenmetastasierung bei Karzinomen des Oropharynx – eine retrospektive Analyse von 356 Patienten nach beidseitiger Neck dissection

Meeting Abstract

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  • corresponding author Bernhard Olzowy - HNO-Klinik Großhadern, LMU München, München
  • Yulia Tsalemtschuk - HNO-Klinik Großhadern, LMU München, München
  • Ulrich Harréus - HNO-Klinik Großhadern, LMU München, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod439

DOI: 10.3205/09hnod439, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod4392

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Olzowy et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei der operativen Therapie von Kopf-Hals-Karzinomen stellt man die Indikation zur Neck dissection - falls sich klinisch keine Halslymphknotenmetastasen nachweisen lassen – nach der Wahrscheinlichkeit für eine Halslymphknotenmetastasierung für die entsprechende Lokalisation und das Tumorstadium. Zur stadien- und lokalisationsabhängigen Wahrscheinlichkeit für eine beidseitige bzw. kontralaterale Metastasierung von Oropharynxkarzinomen findet sich in der aktuellen Literatur wenig Information.

Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse aller Patienten durchgeführt, die von 1990–2007 an der HNO-Klinik der Universität München mit einem Oropharynxkarzinom im Rahmen der Erstbehandlung einer beidseitigen Neck dissection unterzogen wurden. Für die Lokalistationen Tonsille, Gaumen, Zungengrund mit Vallecula und Rachenwand wurde die Häufigkeit einer beidseitigen bzw. kontralateralen Halslymphknotenmetastasierung in Abhängigkeit von T-Stadium bestimmt.

Ergebnisse: Die stadien- und lokalisationsabhängige Häufigkeit einer beidseitigen bzw. kontralateralen Halslymphknotenmetastasierung war wie folgt:

  • Tonsille: T1 4,2% (2/48); T2 16,3% (13/80); T3 21,4% (9/42); T4 10,7% (3/28)
  • Weichgaumen mit Uvula: T1 14,3% (1/7), 85,7% (6/7) N0; T2 33,3% (3/9); T3 12,5%(1/8); T4 66,7% (2/3)
  • Zungengrund mit Vallecula: T1 20% (4/20); T2 30,9% (17/55); T3 32,3% (10/31); T4 28,6% (4/14)
  • Rachenwand: T1 100% (1/1); T2 50% (2/4); T3 50% (2/4); T4 0% (0/1)

Schlussfolgerung: Tonsillen- und Gaumenkarzinome ab einem T2-Stadium, sowie Karzinome von Zungengrund, Vallecula oder Rachenwand unabhängig vom Stadium zeigten eine hohe Frequenz kontralateraler oder beidseitiger Lymphknotenmetastasen, sodass eine beidseitige Neck dissection empfohlen werden sollte.