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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Gestieltes kapilläres Hämangiom der Ohrmuschel

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Schild - HNO Universitätsklinikum, Freiburg
  • Gian Kayser - Pathologisches Institut, Freiburg
  • Antje Aschendorff - HNO Universitätsklinikum, Freiburg
  • Carsten Christof Boedeker - HNO Universitätsklinikum, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod288

DOI: 10.3205/09hnod288, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2887

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Schild et al.
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Gliederung

Text

Kapilläre Hämangiome (KH) stellen gutartige vaskuläre Läsionen der Haut und Schleimhäute dar. Im Kopf-Hals-Bereich treten sie meist an den Lippen oder intraoral auf. KH des äußeren Ohres sind in der Literatur bislang nur in Einzelfällen beschrieben worden.

Ein 12-jähriger Patient stellte sich mit einem seit 4 Wochen bestehenden Tumor der linken Ohrmuschel in unserer Klinik vor. Bei der HNO ärztlichen Untersuchung imponierte eine 3 cm durchmessende, blumenkohlartige, rötlich-braune Raumforderung, welche gestielt vom cavum conchae ausging. Der äußere Gehörgang, das Trommelfell und die übrigen Spiegelbefunde waren unauffällig. Sonographisch imponierten keine vergrößerten Lymphknoten. Wir führten eine komplette Exzision der gestielten Raumforderung durch. Der entstandende Defekt wurde zunächst mit Epigard® gedeckt. Die histologische und immunhistochemische Untersuchung zeigte ein KH. Die Resektionsränder waren tumorfrei, so daß wir eine Deckung mittels retroaurikulärem Hauttransplantat durchführten. Der postoperative Verlauf war unauffällig.

KH sind benigne, typischerweise schnell wachsende, vaskuläre Tumore. Die Ätiologie ist unbekannt, es werden jedoch traumatische, infektiöse und hormonelle Faktoren diskutiert. Das Auftreten während der Schwangerschaft wird gehäuft beobachtet, hier wird die Raumforderung als „granuloma gravidarum“ bezeichnet. Die komplette Exstirpation des Tumors stellt die Therapie der Wahl dar. Nach Literaturangaben beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Rezidives 3–4 %. Diffentialdiagnostisch müssen insbesondere amelanotische Melanome, Plattenepithelkarzinome und Basaliome ausgeschlossen werden. Der vorliegende Fall ist aufgrund des gestielten Tumorwachstums und der aussergewöhnlichen Lokalisation bemerkenswert.