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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Gehörgangsexostosen bei elektiven Mittelohreingriffen – einzeitig operieren oder zweizeitig planen?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Wolfram Pethe - HNO-Klinik, AMEOS-Klinikum St. Salvator, Halberstadt
  • Jörg Langer - HNO-Klinik, AMEOS-Klinikum St. Salvator, Halberstadt
  • Klaus Begall - HNO-Klinik, AMEOS-Klinikum St. Salvator, Halberstadt

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod278

DOI: 10.3205/09hnod278, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2782

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Pethe et al.
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Gliederung

Text

Exostosen des äußeren Gehörganges sind gutartige Knochenneubildungen, die mit einer Inzidenz von 3–6% auftreten. Häufig werden Exostosen auch während der Vorbereitung zu einem Mittelohreingriff diagnostiziert. Sie verhindern prä- und intraoperativ einen ausreichenden Einblick auf das Trommelfell oder in das Mittelohr und müssen vor einem Mittelohreingriff in ausreichendem Maße reduziert werden. Somit stellen sie ein Problem bei der Planung der entsprechenden Operation dar. In der Literatur findet sich bei alleiniger Exostosenabtragung ein Innenohrhörverlust bei 4 kHz von 1–3dB. Es ergibt sich die Frage ob bei elektiven Mittelohreingriffen, insbesondere bei der Stapesplastik ein einzeitiges oder ein zweizeitiges Vorgehen zu preferieren ist.

Zur Erörterung dieser Fragestellung werden retrospektiv 98 Operationen (1998 bis 2007) ausgewertet, bei denen Exostosen entweder einzeitig zusätzlich zur Tympanoplastik (n=68) beziehungsweise Stapedotomie (n=6) oder zweizeitig vor Tympanoplastik (n=13) beziehungsweise Stapedotomie (n=11) abgetragen wurden. Ausgewertet wird das Hörvermögen bei 0,5 kHz, 1 kHz, 2 kHz und 4 kHz. Dies wird mit Zahlen aus der eigenen Klinik für diese Operationen ohne Exostosenabtragung verglichen.

Insgesamt scheint die zusätzliche Exostosenabtragung keine wesentliche Auswirkung auf das Hörergebnis nach Mittelohreingriffen zu haben. Der Vergleich der Stapedotomie-Gruppen ergibt einen nicht statistisch signifikanten Vorteil für die zweizeitig durchgeführten Operationen. Betrachtet man den zusätzlichen Aufwand für den Patienten und die zusätzlichen Risiken, z.B. durch eine weitere Narkose, kann man beide Vorgehen ärztlich vertreten. Die Entscheidung sollte im Einzelfall abhängig vom Lokalbefund gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden.