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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Erfolgsevaluation einer Pharynxerweiterungsplastik bei posttherapeutischer Neopharynxstenose

Meeting Abstract

  • corresponding author Georg Wallner - HNO-Klinik Greifswald, Greifswald
  • Eva-Tessina Becker - HNO-Klinik Greifswald, Greifswald
  • Jan Berweiler - HNO-Klinik Greifswald, Greifswald
  • Werner Hosemann - HNO-Klinik Greifswald, Greifswald
  • Michael Herzog - HNO-Klinik Greifswald, Greifswald

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod240

DOI: 10.3205/09hnod240, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2404

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Wallner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nach Laryngektomie und adjuvanter Radiatio eines Larynx-Hypopharynx-Karzinoms stellt die posttherapeutische Stenosen des Neopharynx eine therapeutische Herausforderung dar. Die vorliegende Studie evaluiert retrospektiv 7 Patienten, bei denen auf Grund einer posttherapeutischen Neopharynxstenose eine Pharynxerweiterungsplastik durchgeführt wurde.

Methode: Retrospektiv erfolgte bei 7 Patienten mit ausgedehntem Larynx-Hypopharynx-Karzinom eine Evaluation der Komplikationen, des Sprechens- und Schluckens vor- und nach Therapie.

Ergebnis: Seit 1999 kam es im Krankengut der HNO-Klinik Greifswald bei 7 Patienten nach einer Laryngektomie zu einer Neopharynxstenose die nicht mit wenig -invasiven Methoden (Laserdurchtrennung, Bougierung) zu beherrschen war. Alle 7 Patienten konnten sich nicht mehr oral ernähren. Die Pharynxerweiterungsplastik erfolgte im Durchschnitt 34 Monate nach der Laryngektomie. Die Pharynxerweiterungsplastik wurde 6x mit M. pectoralis major- und 1x mit M. trapezius- Transplantaten durchgeführt. Komplikationen traten bei 5 Patienten im Sinne einer Fistelbildung, bei 2 Patienten im Sinne einer Stenose auf. 3 Monate postoperativ konnten sich 5 Patienten (im Durchschnitt nach 27,4 Tagen) ausreichend oral ernähren. Eine ausreichende Sprachbildung war vor der Erweiterung bei 5 Patienten, nach der Erweiterung bei 4 Patienten möglich.

Schlussfolgerung: Neopharynxstenosen stellen eine therapeutische Herausforderung bei Patienten nach Laryngektomie dar. Konservative Maßnahmen (Bougierung) führen langfristig in vielen Fällen nicht zu gewünschten Verbesserungen der Beschwerden. Die operative Therapie durch eine Pharynxerweiterungsplastik ist ein alternativer Ansatz mit akzeptablen Komplikationen und positiven Erfolgsaussichten.