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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Der tracheotomierte Patient – psychosoziales Belastungserleben

Meeting Abstract

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  • corresponding author Rainer Müller - Universitäts-HNO-Klinik Dresden, Dresden
  • Christine Pönisch - HNO-Klinik, Aue

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod220

DOI: 10.3205/09hnod220, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2202

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Müller et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In der Literatur wird vorwiegend Stellung zu Indikation, Operationsverfahren und Komplikationen einer Tracheotomie bezogen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Darstellung der psychosozialen Belastung und Versorgung von Patienten mit einem Tracheostoma.

Material und Methodik: 71 Patienten erhielten Fragebögen zum Tracheostoma, zur Lebensqualität, zu Angst und Depression, zur Krankheitsverarbeitung.

Ergebnisse: Patienten mit einem Tracheostoma weisen eine herabgesetzte Lebensqualität auf. Die psychische Belastung durch das Tracheostoma wird als mittelgradig eingeschätzt. 50% der Patienten benötigen Hilfestellung bei der Pflege des Tracheostomas, 38% akzeptieren das Tracheostoma nicht. Sie weisen eine höhere Angst- und Depressionssymptomatik auf. Patienten, die einen medizinischen Ansprechpartner besitzen, haben eine signifikant höhere positive Krankheitsverarbeitung als jene ohne Ansprechpartner.

Schlussfolgerungen: Patienten mit einem Tracheostoma sollten mit einer Sprechkanüle versorgt, zur selbständigen Pflege ihres Tracheostomas angehalten werden und einen medizinischen Ansprechpartner haben. Zur optimalen Versorgung dieser Patienten ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient, Ärzten, Psychologen, Logopäden, Pflegepersonal, Angehörigen und Heil- und Hilfsmittelversorger erforderlich.