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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Perioperative Antibiotikaprophylaxe in der HNO

Meeting Abstract

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  • corresponding author Daniel Schößler - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg i. Br.
  • Christian Offergeld - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg i. Br.
  • Johannes Hübner - Infektiologie, Abteilung Innere Medizin II, Medizinische Universitätsklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod156

DOI: 10.3205/09hnod156, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1562

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Schößler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Wir stellen die allgemeinen chirurgischen sowie die HNO-spezifischen Empfehlungen zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe vor. Diese finden Anwendung bei sauberen, sauber-kontaminierten sowie kontaminierte Eingriffen, abgegrenzt werden müssen also septische Operationen, bei denen definitionsgemäß die (perioperative) Antibiose therapeutisch ist.

Otologische Eingriffe: Bei sauberen Eingriffen ist im Allgemeinen keine perioperative Antibiotikagabe notwendig, analog zu den allgemeinen chirurgischen Empfehlungen ist jedoch eine Einmalgabe, abhängig von den Risikofaktoren sowie der Implantation einer Prothese, durchaus sinnvoll. Bei kontaminierten Eingriffen sollte eine Einmalgabe oder eine für maximal 24 Stunden verlängerte Prophylaxe durchgeführt werden.

Rhinologische Eingriffe: Hier ist eine perioperative Einmalgabe ausreichend, bei Einzelfällen kann eine Fortführung für 24 Stunden indiziert sein. Ein toxic shock syndrome (TSS) tritt unabhängig davon in seltenen Fällen meist bei liegender Tamponade auf.

Halschirurgische Eingriffe: Sterile Eingriffe benötigen keine perioperative Antibiotikaprophylaxe oder lediglich eine Einmalgabe (s.o.); wird aus einer sterilen Region der Pharynx eröffnet, sollte eine Einmalgabe oder eine 24-Stunden-Prophylaxe mit Anaerobierwirksamkeit erfolgen.

Zusammenfassung: Bezugnehmend auf Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften und Arbeitskreise (SAP, ASHP), Standardwerke der Infektiologie und Pharmakologie sowie vorhandener Metaanalysen sind bei allen Eingriffen im Kopf-Halsbereich Einmalgaben oder für maximal 24 Stunden verlängerte, prophylaktische Antibiotikagaben ausreichend. Besondere Berücksichtigung verlangen der korrekte Zeitpunkt sowie die rechtzeitige Wiederholung bei längeren Eingriffen.