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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Lernkurve der Feinnadelpunktionszytologie (FNP) der Schilddrüse

Meeting Abstract

  • corresponding author Claus Wittekindt - Klinik für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde, Jena
  • Martin Freesmeyer - Klinik für Nuklearmedizin, Jena
  • Eberhard Schulze - Institut für Pathologie, Jena
  • Orlando Guntinas-Lichius - Klinik für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde, Jena

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod145

DOI: 10.3205/09hnod145, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1455

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Wittekindt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die FNP ist eine anerkannte Untersuchungsmethode zur Dignitätsbestimmung von Schilddrüsenknoten. Die Sensitivität und Spezifität wird in der Literatur zwischen 70 und über 90% angegeben.

Methoden: Seit 10/2006 wurden an der Universitätsklinik für HNO-Heilkunde am Universitätsklinikum Jena regelmäßig Operationen an der Schilddrüse durchgeführt. Wir werteten alle Operationen aus 24 Monaten hinsichtlich der Ergebnisse der FNP sowie der histologischen Befunde aus.

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden bei 45 Patienten 51 Operationen durchgeführt. Patienten, die mehrmals operiert wurden hatten ein Malignom, wodurch eine erneute Operation erforderlich wurde. Bei 13 Patienten wurde keine FNP durchgeführt, weil die Operation bei Verdacht auf Karzinomrezidiv auf Zuweisung durch die Klinik für Nuklearmedizin durchgeführt wurde. Bei 18/32 (56,3%) der FNP konnte aufgrund nichtrepräsentativen Materials keine sichere Aussage zur Dignität getroffen werden. 14/32 (43,8%) der Ergebnisse wurden als unverdächtig eingestuft. Bei 1/14 Patienten wurde postoperativ ein Schilddrüsenkarzinom gesichert. Alle anderen 31 histopathologischen Befunde waren ohne Hinweis für Malignität.

Schlussfolgerungen: Ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der FNP ist das Vorhandensein einer ausreichenden Zahl von Thyreozyten im Punktat. Die hohe Rate an nichtrepräsentativen Ergebnissen der FNP wird in dieser Serie am ehesten durch die nicht ausreichende Routine in der Durchführung der FNP erklärt. Ohne langjährige Punktionserfahrung liefert die FNP daher keine wie in der Literatur beschriebene hohe Sensitivität und Spezifität. Ein Algorithmus für das diagnostische Vorgehen bei nichtrepräsentativem Ergebnis der FNP wird auf dem Kongreß vorgestellt.