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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Die laterale Halszyste als klinische Manifestation papillärer Schilddrüsenkarzinome

Meeting Abstract

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  • corresponding author Johannes Veit - Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde, UKE-Hamburg, Hamburg
  • Alexander Quaas - Institut für Pathologie, UKE-Hamburg, Hamburg
  • Ingo Teudt - Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde, UKE-Hamburg, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod141

DOI: 10.3205/09hnod141, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1413

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Veit et al.
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Gliederung

Text

Die laterale Halszyste stellt eine häufige und benigne Entität in der HNO-Heilkunde dar. Zu einem geringen Prozentsatz verbirgt sich hinter der Verdachtsdiagnose jedoch ein komplexes Krankheitsbild, welches einer interdisziplinären Behandlungsstrategie von HNO-Chirurgen, Radiologen und Onkologen bedarf.

Fallpräsentationen: Zwei Patienten (27 Jahre w, 39 Jahre m) mit dem klinischen und radiologischen Bild einer lateralen Halszyste. Klassische transzervikale Zystenextirpation in ITN. Die Histologie ergab in beiden Fällen einen zystischen Lymphknoten mit Infiltraten eines papillären Schilddrüsenkarzinoms (PSK), in einem Fall vom follikulären Subtyp. Nach Komplettierung des Stagings (+ Szintigraphie) ohne Hinweis auf Primarius erfolgte in beiden Fällen eine totale Thyreoidektomie mit funktionell-selektiver Neck Dissektion bds., sowie adjuvanter ablativer Radioiodtherapie. Abschließend handelte es sich in beiden Fällen um ein PSK ( pT1pN1cM0).

Bei der Entstehung des papillären Schilddrüsenkarzinoms in der lateralen Halszyste können zwei Ätiologien unterschieden werden:

1.
Zervikale Metastasierung eines PSK mit zystischer Entdifferenzierung des betroffenen Lymphknotens .
2.
Ektopes Schilddrüsengewebe in einer „echten“ lateralen Halszyste mit maligner Entartung ohne PSK in der Schilddrüse als Primarius.

Sowohl klinisch als auch immunhistochemisch (Thyreoglobulin, TTF-1, p63) ist die Trennung dieser beiden seltenen Formen bisher nicht möglich. Die beiden präsentierten Fälle zeigen auf, dass die Thyreoidektomie selbst bei radiologisch/nuklearmedizinischer blander Schilddrüse erforderlich ist.

Beim klinischen Verdacht auf eine laterale Halszyste sollte in der primären Diagnostik ebenfalls eine präzise Evaluation der Schilddrüse erfolgen.