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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Sentinel-Lymphknoten-Biopsie bei kutanen Kopf-Hals Melanomen – eine Analyse von 53 Fällen

Meeting Abstract

  • corresponding author Matthias Scheich - Univ.-HNO-Klinik Würzburg, Würzburg
  • Alessandro Relic - Krh. Hietzing, HNO-Abt., Wien, Österreich
  • Michael Kreissl - Univ. Nuklearmedizin, Würzburg
  • Hans-Ullrich Völker - Univ. Pathologie, Würzburg
  • Jürgen Becker - Univ. Dermatologie, Würzburg
  • Rudolf Hagen - Univ.-HNO-Klinik Würzburg, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod135

DOI: 10.3205/09hnod135, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1358

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Scheich et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Kutane Kopf-Hals-Melanome sind aggressive Tumoren mit schlechter Prognose. Bei 53 Patienten (Tumordicke 0,55–10 mm; Clark Level 3–5) wurde zwischen 3/03 und 10/08 eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) durchgeführt.

Methodik: Bei allen Patienten erfolgte zunächst die Injektion von radioaktiv markiertem Technetium peritumoral. Eine frühe dynamische sowie eine späte statische Untersuchung schlossen sich an. Am nächsten Tag erfolgte die Lymphknoten-Biopsie in Narkose unter Verwendung einer Gamma-Handsonde.

Ergebnisse: Bei 50 Patienten wurden 1–7 Sentinel-LK (insgesamt 126) entfernt. In drei Fällen konnten keine SLN detektiert werden. Bei 32 (60%) der Patienten lag mindestens ein Knoten in der Glandula Parotis. 7 Patienten zeigten Melanom-Absiedelungen in 1–3 SLN, bei einem Patienten fanden sich zusätzlich Metastasen neben negativen SLN. Bei allen 8 Patienten wurde eine Neck Dissection und bei 2 davon zusätzlich eine Parotidektomie durchgeführt. Bei 13% der Patienten änderte sich durch die Detektion von befallenen SLN das weitere Therapiekonzept, während in 87% der Fälle auf eine Neck Dissection bzw. Parotidektomie verzichtet werden konnte.

Schlussfolgerung: Die SLNB ist ein sicheres Verfahren zur Präzisierung des Stagings und Planung der definitiven Therapie bei kutanen Melanomen. Sichere Kenntnisse der Hals- und Parotis-Chirurgie sowie ein erfahrenes interdisziplinäres Team sind Voraussetzung für diesen Ansatz.