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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Nicht-IgE vermittelte allergische Rhinitis: freie Immunglobulinleichtketten

Meeting Abstract

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  • corresponding author Matthias Kramer - HNO-Klinik, Klinikum der Universität München, München
  • Desmond G. Powe - Molecular Medical Sciences and Surgical & Medical Sciences, Queen’s Medical Centre, Nottingham, UK
  • Frank A. Redegeld - Division of Pharmacology & Pathophysiology, Utrecht Institute for Pharmaceutical, Utrecht, Niederlande

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod013

DOI: 10.3205/09hnod013, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod0136

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Kramer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Freie Leichtketten (κ und λ) von Immunglobulinen (FLC) werden unter physiologischen Bedingungen im Überschuss produziert. Ihre Bedeutung ist noch weitgehend unverstanden. In Situationen vermehrter Antikörperproduktion fallen diese FLC gehäuft an. Im Mausmodel konnte gezeigt werden, daß über FLC eine antigen-spezifische Mastzelldegranulation und Bronchokonstriktion auslösbar war. Weiterhin war diese FLC-vermittelte Sensibilisierung passiv auf nicht-sensibilisierte Tiere übertragbar.

Studienziel war es, FLC als potentielle Mediatoren einer IgE-unabhängigen allergischen Reaktion im Nasensekret von Rhinitikern zu untersuchen.

Methoden: Nasensekrete wurden auf κ und λ FLC und Tryptase und ECP untersucht. Drei Gruppen wurden verglichen: persistierende allergische Rhinitis (PAR), NARES (Nicht-Allergische-Rhinitis-mit-Eosinophilen-Syndrom) und nicht-atopische Kontrollen (jeweils n=90).

Ergebnisse: Konzentrationen von κ und λ FLC wurden in höchsten Konzentrationen im Nasensekret von NARES-Patienten gefunden: signifikant mehr als bei den PAR (P=0,0016 bzw. P<0,0001) bzw. mehr als bei den Kontrollen (P=0,0001 bzw. P<0,0001).

Auch bei den PAR fanden sich signifikant gegenüber den Kontrollen erhöhte Werte (P=0,0190 bzw. P=0,0007).

Schlussfolgerungen: Wir schließen aus den signifikant erhöhten Konzentrationen von FLC auf eine relevante Bedeutung bei der Rhinitis. Signifikante Korrelationen zu Tryptase und ECP zeigen einen Zusammenhang zur Degranulation von Mastzellen und Eosinophilen.

FLC könnten den Schlüssel zum Verständnis einer spezifischen allergischen Reaktion darstellen, die ohne IgE vonstatten geht; Änderungen in der Nomenklatur der Rhinitis implizieren und innovative Therapieansätze ermöglichen.