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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Fernmetastasierung eines Basalzelladenokarzinoms der Gl. submandibularis in Koinzidenz mit einem bronchialen Adenokarzinom

Meeting Abstract

  • corresponding author Daniel Schößler - HNO, Universitätsklinik Freiburg, Freiburg i. Br.
  • Antje Aschendorff - HNO, Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Jens Neumann - Allg. Pathologie und Patholog. Anatomie, Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Jan Kromeier - Abt. Röntgendiagnostik, Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Wolfgang Maier - HNO, Universitätsklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod663

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod663.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Schößler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Basalzelladenokarzinom wird zu den seltenen, low-grade-Adenokarzinomen der Speicheldrüsen gerechnet und tritt in 90% der Fälle in der Gl. parotis auf. Als eigene Entitiät ist es seit 1991 in die „Histologische Typisierung der Speicheldrüsentumoren“ der WHO aufgenommen. Es metastasiert selten (ca. 10%), spät (bis zu 10 Jahre nach Erstdiagnose) und vorwiegend in die regionalen Lymphknoten.

Fallbericht: Wir berichten von dem Fall eines 54-jährigen Patienten, welcher primär aufgrund einer Basalzelladenokarzinoms der Gl. submandibularis operiert wurde. Im weiteren Staging wurde ein Adenokarzinom des rechten Oberlappens, welches nach vergleichenden pathologischen Studien eine getrennte Entität darstellte, sowie eine Metastase in der linken Niere diagnostiziert; letztere konnte dem Speicheldrüsenmalignom zugeordnet werden.

Nach Submandibulektomie mit lokaler Lymphadenektomie erfolgte aufgrund Abszedierung des Lungenbefundes die Oberlappenresektion mit anschließender palliativer Chemotherapie.

Diskussion: In der Literatur sind bislang nur vereinzelt Fälle von Fernmetastasen ausgehend von einem Basalzelladenokarzinom der Speicheldrüsen beschrieben. Eine Fernmetastase in der Niere ist, wie auch ein synchrones Auftreten mit einem Adenokarzinom der Lunge, bislang nicht vorbeschrieben.

Folgerung: Ein standardisiertes Staging ist auch bei selten metastasierenden Malignomen unabdingbar. Der hier präsentierte Fall zeigte ein synchrones Auftreten zweier histologisch verwandter, jedoch unterschiedlicher Tumorentitäten, von welchen der mutmaßlich niedrig-maligne Tumor zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits eine Fernmetastase gesetzt hatte.