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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Risikofaktoren für die Entstehung von Parotistumoren

Meeting Abstract

  • Dirk Römer - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • corresponding author Guido Mühlmeier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Rainer Borowitz - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Heinz Maier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod659

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod659.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Römer et al.
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Gliederung

Text

Tumoren der Glandula parotis haben in Deutschland eine geringe Inzidenz. Bislang existieren es nur wenige Angaben über Risikofaktoren für die Entstehung von Parotistumoren und Speicheldrüsentumoren insgesamt.

Im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie wurden 366 Patienten, bei denen im Zeitraum von 2001 bis 2005 ein Parotistumor operiert wurde, sowie 366 Kontrollpersonen untersucht. Mit Hilfe eines standardisierten, computerlesbaren Fragebogens wurden Lebensgewohnheiten, berufliche und soziale Faktoren sowie Begleiterkrankungen erfasst.

Bei 86% der Patienten lag ein benigner Tumor, bei 14% ein malignen Tumor vor. Bei den pleomorphen Adenomen (45%) waren Frauen 1,5-fach häufiger als Männer betroffen. Bei den Zystadenolymphomen (23%) waren Männer 3,3-fach häufiger betroffen im Vergleich zu Frauen. Unter den malignen Tumoren machten Fernmetastasen anderer Primärtumoren 49% aus. Unter den primären Malignomen der Glandula parotis stand das adenoidzystische Karzinom zahlenmäßig im Vordergrund.

Es fand sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Tabakkonsum, Alkoholkonsum und allgemeinem Ernährungsverhalten und dem Risiko en einem Parotistumor zu erkranken. Auffällig war eine Häufung von Parotistumoren in Ballungszentren (5,0/100.000 versus 3,5/100.000 in ländlichen Gebieten).

Pleomorphe Adenome fanden sich bevorzugt bei jüngeren Patienten (Median 52 Jahre) im Vergleich zu malignen Tumoren (Median 62 Jahre) und Zystadenolymphomen (Median 66 Jahre). Insgesamt betrachtet lieferte diese bislang umfangreichste epidemiologische Studie die an einem deutschen Patientenkollektiv durchgeführt wurde lediglich Hinweise auf eine unterschiedliche Alters- und Geschlechtsverteilung sowie eine erhöhte Inzidenz von Parotistumoren in Ballungszentren.