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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Akute Mastoiditis, bakterielle Meningitis und Ponsinfarkt als Spätkomplikationen einer otobasalen Fraktur mit chronischer Liquorrhoe

Meeting Abstract

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  • corresponding author Dorothea Keymling - HNO-Klinik, AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt, Halberstadt
  • Wolfram Pethe - HNO-Klinik, AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt, Halberstadt
  • Klaus Begall - HNO-Klinik, AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt, Halberstadt

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod606

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod606.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Keymling et al.
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Gliederung

Text

Persistierende Liquorfisteln sind seltene Komplikationen einer otobasalen Fraktur. Sie stellen ein dauerhaftes Risiko für aufsteigende intrakranielle Infektionen dar.

Wir berichten über einen 42-jährigen ausländischen Patient, bei dem sich infolge einer 1990 erlittenen otobasalen Fraktur eine chronische Liquorrhoe aus Nase und rechtem Ohr ausgebildet hatte.

Trotz wiederholter Unterbindungsversuche in einem auswärtigen Krankenhaus mittels Gehörgangsplastik persistierte diese. Der Patient wurde uns fünfzehn Jahre später notfallmäßig in bewusstlosem Zustand nach progredienter Otalgie rechts vorgestellt. Das CT zeigte rechts eine alte Felsenbeinfraktur mit verschattetem Mastoid und entzündlichen Destruktionen der mittleren Schädelbasis. In der umgehend durchgeführten Mastoidektomie ließ sich ein akut exazerbiertes chronisch inflammatorisches Geschehen bei knöchernem otobasalem Defekt beobachten. Unter einer kombinierten lokalen und intravenösen Antibiose besserte sich der Lokalbefund deutlich. Postentzündlich entwickelte der Patient einen Ponsinfarkt links, dessen Symptomatik im Verlauf spontan rückläufig war, sodass der Patient nach 20 Tagen zur Rehabilitation in sein Heimatland überführt werden konnte. Ein neurochirurgischer Verschluss der weiterhin bestehenden Liquorfistel nach vollständigem Ausheilung der Meningitis wurde unbedingt empfohlen.

Die Gefahr lebensdrohlicher Infektionen im Rahmen einer chronischen Liquorfistel sollte nicht unterschätzt werden. Eine suffiziente chirurgische Sanierung, ggf. in Zusammenarbeit mit einem Neurochirurgen, ist hier aufgrund der aufgezeigten Komplikationen dringend indiziert.