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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Hormonrezeptoren im juvenilen Angiofibrom

Meeting Abstract

  • corresponding author Bernhard Schick - HNO-Klinik, Erlangen
  • Henryc Siwiec - ENT Department, Lublin, Polen
  • Marcel Cosgarea - ENT Department, Cluj-Napoca, Rumänien
  • Stephan Schwarz - Institut für Pathologie, Erlangen
  • Olaf Wendler - HNO-Klinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod587

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod587.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Schick et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die nahezu ausschließliche Beobachtung juveniler Angiofibrome (JA) bei männlichen Jugendlichen hat bereits sehr früh zur These einer Hormonabhängigkeit des Tumors geführt. Bisherige immunhistologische Hormonrezeptoruntersuchungen des JAs haben aber sehr unterschiedliche Expressionsprofile beschrieben, so dass die Expression von Androgen-, Östrogen- und Progesteronrezeptoren im Tumor bisher nicht sicher zu beantworten ist.

Methoden: Mittels den Methoden der quantitativen RT-PCR (normiert auf 3 Housekeeping-Gene) und immunhistologischen Untersuchungen wurde die Expression der Androgen-, FSH-, LH-, Östrogen-, und Progesteronrezeptoren im JA (N=11) im Vergleich zu Nasenmuschelgewebe (N=10) analysiert.

Ergebnisse: Auf RNA-Ebene waren vergleichbare deutliche Expressionen des Androgen- und Östrogen α-Rezeptors im juvenilen Angiofibrom und den Nasenmuscheln festzustellen. Nur sehr geringe Transkriptmengen wurden in beiden Geweben für die Östrogen β-, Progesteron-, FSH- und LH-Rezeptoren bestimmt. Immunhistologisch zeigten sich starke Androgenrezeptorsignale in den Endothelzellen, perivaskulären Zellen und Bindegewebszellen des JAs und den Nasenmuscheln. Einzelne JA wiesen ebenfalls in allen drei Zelltypen Östrogen α-Rezeptorsignale auf.

Schlussfolgerungen: Sowohl der Androgen- als auch der Östrogen α-Rezeptor sind als Hormonrezeptoren im JA zu beachten. Während der Androgenrezeptor ein wichtiges molekularpathologisches Korrelat der Geschlechtsspezifität des Tumors bedeutet, ist die Expression des Östrogen α-Rezeptors hinsichtlich der präoperativen Anwendung von Östrogenen zu berücksichtigen. Auf dem Boden der bisherigen molekularpathologischen Erkenntnisse ist die Anwendung von Antiöstrogenen anstelle von Östrogen zu diskutieren.