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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Epistaxis bei Kindern und Jugendlichen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Benedikt Folz - HNO-Klinik der Karl-Hansen-Klinik, Bad Lippspringe
  • M. Harlfinger - Oldenburg
  • Daniela Seitz - HNO-Klinik der Karl-Hansen-Klinik, Bad Lippspringe
  • Jochen Werner - Univ.-HNO-Klinik, Marburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod566

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod566.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Folz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Epistaxis bei Kindern und Jugendlichen wird häufig bagatellisiert. Die vorliegende Untersuchung wurde initiert um die Ursachen der pädiatrische Epistaxis besser charakterisieren zu können.

Methode: Retrospektive Auswertung aller Epistaxisfälle bei Kindern und Jugendlichen einer Universitätsklinik innerhalb eines Zeitraumes von 6 Jahren. Datengewinnung aus den Patientenakten mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens.

Ergebnisse: Es fanden sich 62 Patienten. Ein Altersgipfel fand sich bei den 15-16-Jährigen, Jungen waren häufiger betroffen als Mädchen (1,7:1). In 97% der Fälle lag bei den Kindern anteriores Nasenbluten vor, posteriore Blutungen waren iatrogen bedingt. In 21% der Fälle war ein Trauma das blutungsauslösende Ereignis. In weiteren 21% der Fälle waren die Blutungen chronisch rezidivierend und lang andauernd (Blutungsdauer: >1 h). In diesen Fällen waren die Ursachen: M. Rendu-Osler-Syndrom, ektordermales Dysplasiesyndrom, vaskuläre Malformation, v.-Willebrand-Syndrom. Erhöhte bzw. erniedrigte Blutdruckwerte wurden in 13% der Fälle gemessen. In 7% der Fälle war die Gerinnung aufgrund ASS-Einnahme gestört. Weitere prädisponierende Faktoren waren zu trockene Umgebungsluft, niedrige Luftfeuchtigkeit und Wintermonate. Mehr als ein Drittel der Patienten (35%) wiesen ein prominentes Gefäß am L. Kiesselbachii auf. Die Therapie erfolgte durch Lubrikation, Nd:YAG-Lasertherapie und bipolare Koagulation. In 72% der Fälle sistierten hierauf die Blutungen, in 28% traten Rezidivblutungen auf.

Schlussfolgerung: In einem Drittel der Fälle handelt es sich bei Kindern und Jugendlichen nicht um sog. banales Nasenbluten. Diese Fälle erfordern differenzierte Diagnose- u. Therapieschemata.