gms | German Medical Science

79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Die Gaumensegelorthese als Kommunikationshilfe bei der Dysarthrie

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Rainer Müller - Universitäts-HNO-Klinik Dresden, Dresden
  • Bernd Reitemeier - Poliklinik f. Zahnärztliche Prothetik, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod509

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod509.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Müller et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Dysarthrien stellen die häufigsten neurogenen Kommunikationsstörungen dar. Die Sprechmotorik ist gestört. Die Dysarthrietherapie stützt sich auf logopädische Übungsbehandlungen, die Anpassung von Kommunikationshilfen, medikamentöse Maßnahmen und chirurgische Eingriffe. Über erste Erfahrungen mit der Kommunikationshilfe Gaumensegelorthese bei gestörter Gaumensegelmotilität wird berichtet.

Methode: 7 Patienten im Alter von 17–51 Jahren, die aufgrund eines Unfalles oder eines Tumors eine Gaumensegellähmung hatten, erhielten bei deutlich eingeschränkter Sprachverständlichkeit infolge der Hypernasalität im Rahmen der Rehabilitation eine Gaumensegelorthese angepasst.

Ergebnisse: Mit Hilfe der Gaumensegelorthese und einer logopädischen Therapie wurde eine verbesserte Sprachverständlichkeit erzielt. Fortschritte zeigten sich sowohl in einzelnen Stimm- und Sprachparametern als auch in der Spontansprache. Die Adaptationszeiten betrugen bis zu 3 Monaten.

Schlussfolgerungen: Die Gaumensegelorthese erfordert zur Verankerung ein gutes umfangreiches Restgebiss. Die Tolerierbarkeit ist abhängig von der Sensibilität im Gaumenrachenbereich. Die Herstellung der Orthese ist zeitaufwendig, da die Anpassung einen funktionsbezogenen, schrittweisen Materialauftrag erfordert. Die Fortschritte sind vom Grad der Störung und dem Bestehen weiterer Funktionsbeeinträchtigungen abhängig. Da ein ausreichender velopharyngealer Abschluss eine wesentliche Voraussetzung zur Wiederherstellung sprechmotorischer Fähigkeiten ist, sollte die Anpassung einer Gaumensegelorthese so früh wie möglich erfolgen.