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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Der T393C SNP des Gαs-Gens als Prognosemarker beim Plattenepithelkarzinom (PEC) des Larynx

Meeting Abstract

  • corresponding author Goetz Lehnerdt - Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Essen
  • Peter Franz - Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Essen
  • Sebastian Winterhoff - Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Essen
  • Agnes Bankfalvi - Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen
  • Sara Grehl - Klinik für Strahlentherapie, Essen
  • Stephan Lang - Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Essen
  • Kurt W. Schmid - Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen
  • Winfried Siffert - Institut für Pharmakogenetik, Essen
  • Klaus Jahnke - Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Essen
  • Ulrich H. Frey - Abteilung für Anästhesie/Institut für Pharmakogenetik, Essen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod489

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod489.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Lehnerdt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In Voruntersuchungen konnten wir an verschiedenen Tumorgeweben, u.a. Oro-/Hypopharynxkarzinomen, nachweisen, dass das T-Allel eines spezifischen Single Nucleotide Polymorphism (SNP) im Gαs Gen (T393C) mit verstärkter Gαs Expression und damit Apoptose einhergeht. Das T-Allel stellt somit einen potentiellen Prognosefaktor dar.

Methodik: Studienziel war die Evaluation der Prognoserelevanz des T393C SNP in einer unselektierten Reihe von PEC des Larynx (n=159, 144♂: 15♀). Genotypen wurden aus Tumorgewebe bestimmt und mit den klinischen Daten korreliert.

Ergebnisse: Der mediane Nachbeobachtungszeitraum lag bei 67 (3-143) Monaten. Die Stadienverteilung war: AJCC-I (n=42), -II (n=41), -III (n=30), -IV (n=46). Zu unterscheiden waren 56 supraglottische, 84 glottische und 19 transglottische Ca. In der Genotypverteilung des T393C SNPs zeigten sich: TT=25%, CT=49% und CC=26%. Im Vergleich zu gesunden Blutspendern zeigte sich kein signifikanter Unterschied in den Allelfrequenzen. Dies spricht gegen eine Assoziation des T393C SNPs mit dem Auftreten von PEC des Larynx. Verlaufsanalysen zeigten jedoch, dass das Gesamtüberleben (OS) beim Larynx-Ca durch Stratifizierung nach Lokalisation und Stadien signifikant durch den Genotyp beeinflusst wird: In den fortgeschrittenen Tumorstadien AJCC 3 und 4 (log-rank; p=0,041) und bei den supraglottischen Tumoren (p=0,029) korrelierte das OS signifikant positiv mit dem T-Allel.

Schlussfolgerung: Larynxkarzinome weisen insbesondere in frühen Stadien und glottischer Lokalisation eine sehr hohe Heilungsrate von bis zu >90% auf. Exkludiert man diese günstigen Tumoruntergruppen, so wird auch beim Larynxkarzinom der zuverlässige prognostische Wert des T393C Polymorphismus deutlich.

Unterstützt durch: IFORES-Programm, Universität Duisburg/Essen