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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Wirkung von lokal in die Riechspalte eingebrachten Corticoiden

Meeting Abstract

  • corresponding author Mandy Scheibe - HNO-Uniklinik, Dresden
  • Jana Fleischmann - HNO, Dresden
  • Jens Reden - HNO, Dresden
  • Thomas Zahnert - HNO, Dresden
  • Thomas Hummel - HNO, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod467

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod467.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Scheibe et al.
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Gliederung

Text

Als Spray intranasal applizierte Steroide zeigen bei sinunasalen Riechstörungen nur einen geringen therapeutischen Effekt. Darum sollte die Frage untersucht werden, ob sich die Riechfunktion durch direktes Einbringen des Steroids in die Riechspalte verbessern lässt.

Es wurden insgesamt 42 Patienten (21 w, 21 m; 42-78 Jahre) mit Riechstörungen verschiedener Ursachen und Ausprägung mit und ohne vorhergehenden Cortisonstoß in die Studie eingeschlossen. Bei allen Patienten wurden mit Prednisolon getränkte Tupfer unter endoskopischer Sicht in die Regio olfactoria eingebracht. Davor und danach wurde das Riechvermögen mit den „Sniffin' Sticks“ detailliert untersucht sowie olfaktorisch evozierte Potentiale abgeleitet.

Hinsichtlich der 19 Patenten, die negativ bzw. positiv auf eine vorangegangene Cortisonstoßtherapie reagiert hatten, zeigte sich unter lokaler Cortisongabe eine Besserung in 25 bzw. 9%, eine Verschlechterung aber in 13 bzw. 36% der Fälle. Hinsichtlich der Genese reagierten bei sinunasaler Ursache (n=19) 16% mit einer Besserung, 16% aber auch mit Verschlechterung, bei idiopathischen Riechstörungen (n=15) 13% mit Besserung und 20% mit Verschlechterung, und bei anderen Ursachen (n=8) kam es in 13% zu einer Verschlechterung. Schließlich reagierten von den Patienten mit initialer Anosmie (n=22) 14% mit einer Besserung und 5% mit Verschlechterung, von denen mit intialer Hyposmie (n=20) waren es 10 bzw. 30%.

Die gewonnenen Daten zeigen in keiner der untersuchten Gruppen einen wesentlichen Therapieerfolg einer einmaligen Cortisonschwämmcheneinlage. Es kam sogar häufiger zu einer Abnahme der Riechfunktion, evtl. bedingt durch lokale Reizung. Weitere Studien sollen eine wiederholte Anwendung der lokalen Gabe von Corticosteroiden untersuchen.