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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Einfluss eines Riechverlustes auf die Ernährung

Meeting Abstract

  • corresponding author Thomas Hummel - Universitäts-HNO-Klinik Dresden, Dresden
  • Han-Seok Seo - Universitäts-HNO-Klinik, Dresden
  • Katja Teszmer - Universitäts-HNO-Klinik, Dresden
  • Franziska Krone - Universitäts-HNO-Klinik, Dresden
  • Cornelia Hummel - Universitäts-HNO-Klinik, Dresden
  • Tadashi Ishimaru - Universitäts-HNO-Klinik, Dresden
  • Katja Aschenbrenner - The John B. Pierce Laboratory and Yale University School of Medicine, New Haven, CT, USA

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod461

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod461.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Hummel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel der Untersuchung war, den Einfluss eines Riechverlustes auf die Ernährung zu untersuchen.

Methoden: Insgesamt wurden 176 Patient (114 Frauen, 62 Männer) im Alter zwischen 17–86 Jahren in die Untersuchung aufgenommen. Sie wurden mithilfe der „Sniffin’ Sticks“ Testbatterie in 3 Gruppen gegliedert (Normosmie, n=12; Hyposmie, n=75; funktionelle Anosmie, n=89). Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des Ernährungsverhaltens wurden mit einem spezifisch für diesen Zweck ausgearbeiteten Fragebogen erfasst, dem “Ernährungsverhalten-Fragebogen” (ENFra), dessen Ergebnisse in einem Wert zuseammengefasst werden.

Ergebnisse: Zahlreiche Unterschiede hinsichtlich des Ernährungsverhaltens wurden berichtet, z.B. gaben 29% der Patienten an, seit dem Beginn der Riechstörung weniger zu essen, 39% gaben an, dass sie mehr Gewürze verwenden würden, 47% gingen seltener zum Essen aus, 27% gaben an, weniger Süßigkeiten zu essen, und 48% berichteten, dass süße Getränke seltener als früher getrunken würden.

21% der Patient gaben ein Gewichtszunahme an (2,5±2,8 kg, Bereich: 0,2–12 kg), und 11% berichteten über Gewichtsverlust (5,1±4,6 kg, Bereich: 0,7–16 kg).

Patienten mit Gewichtszunahme oder -abnahme hatten höhere ENFra-Werte verglichen zu Patienten, deren gewicht stabil war. Bei Patienten mit allmählichem Beginn der Riechstörung waren die ENFra-Werte höher als bei Patienten mit einem plötzlich aufgetretenen Riechverlust. Darüber hinaus zeigte sich, dass Patienten mit Riechstörungen würzige oder salzige Speisen bevorzugten.

Schlussfolgerungen: Patienten mit Riechstörung berichten über Änderungen im Ernährungsverhalten, wobei diese Änderungen von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden.