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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Auswirkungen von verkürzten Interstimulusintervallen auf olfaktorisch evozierte Potentiale

Meeting Abstract

  • corresponding author Michael Damm - HNO-Universitätsklinik Köln, Köln
  • Friederike Schaub - HNO-Universitätsklinik Köln, Köln
  • Ahmed Kassab - HNO-Universitätsklinik Köln, Köln
  • Karl-Bernd Hüttenbrink - HNO-Universitätsklinik Köln, Köln
  • Julia Vent - HNO-Universitätsklinik Köln, Köln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod457

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod457.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Damm et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Olfaktorisch evozierte Potentiale (OEP) werden heute mit Interstimulusintervallen (ISI) von 30–45 s appliziert, dadurch soll es zu einer minimalen Gewöhnung kommen. Ziel dieser Studie war die Auswirkungen einer ISI-Verkürzung auf ca. 20 s bzw. ca. 10 s auf OEP zu untersuchen.

Methoden: Bei 10 normosmischen Probanden wurden OEP mit 3 verschiedenen Messprotokollen mit ISI von 30, 20 und 10 Sekunden (s) in randomisierter Reihenfolge abgeleitet. Stimuliert wurde seitengetrennt mit Schwefelwasserstoff (H2S), Phenylethylalkohol (PEA) und Kohlendioxid (CO2). Zwei unabhängige Untersucher haben die EEG-Aufzeichnungen ausgewertet. Die statistische Analyse der aufgezeichneten OEP erfolgte deskriptiv und mittels ANOVA.

Ergebnisse: Beim Vergleich der OEP mit ISI 30 s gegenüber ISI 10 s zeigte sich eine Abnahme der Höhe von P1 bei den Duftstoffen H2S (links: -38%; rechts: -24%) und PEA (links: -33%; rechts: -8%). Die Veränderungen waren analog für N1 (links: -28%; rechts: -5%) und PEA (links: -41%; rechts: -5%). Die Verkürzung des ISI von 30 auf 10 s hatte für CO2 inverse Folgen, die Höhe der Potentiale nahm bei der 10 s-Messung für P1 (links: +45%; rechts: +70%) und N1 (links: +27%; rechts: +37%) deutlich zu. Eindeutige OEP ließen sich mit dem 20 s-Protokoll bei 100% und mit 10 s ISI bei 80% der Probanden identifizieren.

Diskussion: Standardmessparameter werden durch ISI-Verkürzung nicht einheitlich beeinflusst. Die hier beobachtete Abnahme der Größe der EP mit H2S und PEA ist am ehesten als habituelle Depression zu werten. Interessanterweise war die rechte Nasenseite weniger sensitiv für die Gewöhnung und signifikant empfindlicher für die höhere Reizfrequenz. Möglicherweise ist die olfaktorisch dominante Seite resistenter gegenüber ISI-Verkürzungen.