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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Die endoskopische Chirurgie der vorderen Schädelbasis – ein Paradebeispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit

Meeting Abstract

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  • corresponding author Jens Oeken - HNO-Klinik, Klinikum Chemnitz gGmbH, Chemnitz
  • Ditmar Hohrein - Neurochirurgie, Klinikum Chemnitz gGmbH, Chemnitz

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod443

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod443.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Oeken et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit Dez. 2006 führen wir Resektionen im Bereich von Sella und Clivus über einen endoskopischen endonasalen Zugang in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen HNO und Neurochirugie durch.

Methoden: Die unten dargestellten Eingriffe wurden rein endoskopisch transsphenoidal durchgeführt. Es wurde 4-händig operiert, wobei der HNO-Chirurg den Zugang in die Keilbeinhöhle und der Neurochirurg die Tumorresektion durchführte. Die Navigation erfolgte mit einem optoelektronisches System (Brain Lab®) nach Fusionierung von CT- und MRT-Daten.

Ergebnisse: Von 12/2006 bis 10/2007 führten wir 12 derartige OP's an 12 Pat. (7♂; 5♀, Durchschn.-alter: 56 J.) mit folgenden Diagnosen durch: 10×Hypophysenadenom, 1×Melanommestastase, 1×Mukozele im Clivus. Die Navigation funktionierte in allen Fällen problemlos. Als flankierender Eingriff war in einem Fall eine beidseitige FESS wegen einer zusätzlichen Polyposis erforderlich. Es traten keine intraoperativen Komplikationen auf. Postoperativ kam es bei einem Patienten am dritten postoperativen Tag zu einer Okulomotoriusparese rechts, die durch eine Neuroborreliose verursacht wurde und sich unter Antibiose innerhalb einer Woche vollständig zurückbildete. Eine postoperative Liquorrhoe oder Meningitis trat nicht auf. Trotz der nur zweidimensionalen Sicht erwies sich der endoskopische Blick besonders durch die Möglichkeit, in die OP-Höhle hineinzusehen und mit Winkeloptiken von der orthograden Blickrichtung abzuweichen, auch für den Neurochirurgen als vorteilhaft.

Schlussfolgerungen: Durch die Verbindung einer etablierten operativen HNO- und NCH-Technik unter Verwendung moderner Navigationssysteme ist eine neue minimal-invasive chirurgische Methode entwickelt worden, die sich uns hervorragend bewährt hat.