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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Serotonin-Rezeptor 3A-Genvarianten bei Patienten mit chronischem Tinnitus

Meeting Abstract

  • corresponding author Tobias Kleinjung - HNO-Klinik der Universität Regensburg, Regensburg
  • Birgit Fischer - HNO-Klinik der Universität Regensburg, Regensburg
  • Veronika Vielsmeier - HNO-Klinik der Universität Regensburg, Regensburg
  • Berthold Langguth - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg, Regensburg
  • Peter Eichhammer - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg, Regensburg
  • Philipp Sand - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg, Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod396

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod396.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Kleinjung et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Hypothese einer serotonergen Dysfunktion als ursächlicher Komponente für chronischen Tinnitus leitet sich ab aus teils erfolgreichen Behandlungsansätzen mit Serotoninwiederaufnahmehemmern und der auffallenden Komorbidität mit affektiven Störungen, die ebenfalls mit serotonergen Funktionsstörungen assoziiert werden. In einer Pilotstudie wurde der Einfluss von Serotoninrezeptor 3A-Genvarianten auf den Phänotyp chronischen Tinnitus überprüft.

Methoden: Bei 128 Pat. einer Tinnitusambulanz (88 Männer, 40 Frauen) wurde im Rahmen der klinischen Diagnostik der subjektive Schweregrad der Beschwerden in einem validierten Instrument erfasst (Tinnitusfragebogen nach Göbel & Hiller). Aus dem Serotonin 3A Rezeptorgen wurde bei diesen Pat. in PCR-basierten RFLP-Assays die Verteilung der Allele T und C bestimmt, die jeweils für die 3. Aminosäure (Leu) des Rezeptorproteins kodieren (rs1176713).

Ergebnisse: Es ergab sich eine Allelfrequenz von 0,19 für die seltenere C-Variante, die Werte für den Tinnitusschweregrad waren für die drei Genotypen CC, CT und TT dabei jeweils normalverteilt und bewegten sich zwischen 8 und 81 von 84 möglichen Punkten. Der mittlere Schwergrad betrug 44,1±2,3 (SEM) für Träger des häufigen Genotyps (TT, N=83) und 38,6±5,0 für Träger des seltenen Genotyps (CC, N=8), heterozygote Patienten (CT, N=31) lagen mit ihren Angaben (41,9±3,7 Punkte auf der TF-Skala) zwischen diesen beiden Werten.

Diskussion: Die hier ermittelte Allelfrequenz für die C-Variante liegt knapp unter den Vergleichswerten aus gesunden Kontrollkollektiven in europ. Ethnien (0,20–0,30). Signifikante Effekte der Genotypverteilung auf den mittleren Schweregrad von chronischem Tinnitus konnten in dieser Stichprobe nicht abgebildet werden (ANOVA, p=0,69).

Unterstützt durch: Tinnitus Research Initiative