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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Eine BDNF Therapie mit nachfolgender elektrischer Stimulation wirkt protektiv auf Spiralganglienzellen experimentell ertaubter Meerschweinchen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Verena Scheper - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
  • Gerrit Paasche - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
  • Thomas Lenarz - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
  • Timo Stöver - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod256

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod256.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Scheper et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dem Verlust der sensorischen Zellen des Corti-Organs folgt die Degeneration der Spiralganglienzellen (SGZ). Deren Gesamtzahl und Unversehrtheit bestimmen unter anderem den Erfolg eines Cochlea Implantats (CI). Vorangegangene Studien zeigten, dass eine simultane Therapie aus elektrischer Stimulation (ES) und Gabe neurotropher Faktoren wie Brain-derived neurotrophic factor (BDNF) zu einer Erhöhung der Überlebensrate der SGZ nach Ertaubung führen kann. Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Auswirkungen einer zeitlich nacheinander erfolgenden Behandlung mit beiden Therapieverfahren.

Methode: Zunächst wurden normal hörende Meerschweinchen systemisch ertaubt. Um den Verhältnissen im tauben Menschen möglichst nahe zu kommen, erfolgte die Implantation der Tiere 21 Tage nach Ertaubung. Allen Tieren wurde ein CI-Mikropumpensystem implantiert. Die Tiere wurden über einen Zeitraum von 14 Tagen lokal mit BDNF (50ng/ml) behandelt, bevor die Mikropumpe entfernt wurde und die Tiere für weitere 14 Tage elektrisch stimuliert wurden. In anschließenden histologischen Untersuchungen wurden die überlebenden SGZ gezählt und mit den Überlebensraten von Tieren verglichen, die entweder nur artifizielle Perilymphe (AP) oder BDNF für 4 Wochen in die Cochlea appliziert bekamen bzw. eine Kombination aus BDNF und ES oder AP und ES.

Ergebnis: Eine zeitlich versetzte kombinierte Behandlung aus BDNF-Gabe und elektrischer Stimulation führt, verglichen zur Kontrollgruppe, zu einer Protektion der SGZ nach Ertaubung.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass auch eine sequentielle und zeitlich verzögerte Intervention mit Nervenwachstumsfaktoren und elektrischer Stimulation zu einer Steigerung der Überlebensrate der SGZ nach Ertaubung führt.

Unterstützt durch: Wir danken der Firma Cochlear Ltd. für die Bereitstellung der Versuchselektroden.