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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Cisplatin-Toxizität in Zellen der Cochlea – Ansätze zur Otoprotektion

Meeting Abstract

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  • corresponding author Daniel Manz - Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik Essen, Essen
  • Diana Mendus - Institut für Zellbiologie, Universitätsklinikum Essen, Essen
  • Jürgen Thomale - Institut für Zellbiologie, Universitätsklinikum Essen, Essen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod246

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod246.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Manz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In der antineoplastischen Therapie mit Cisplatin ist neben der Schädigung von Niere und peripherem Nervengewebe die Ototoxizität die häufigste dosislimitierende Nebenwirkung. Die pathophysiologischen und molekularen Mechanismen, die zur Schädigung vor allem der äußeren Haarzellen sowie der Marginalzellen in der Stria Vaskularis führen, sind bisher nicht entgültig verstanden, bilden aber die Voraussetzung für den zielgerichteten Einsatz otoprotektiver Strategien bei einer Tumortherapie mit Cisplatin.

Methode: C57BL-Mäuse wurden über 14 Tage entweder mit Cisplatin allein (kumulative Dosis: 40 mg/kg KG ) oder in Kombination mit potenziell otoprotektiven Substanzen behandelt. Mit Hilfe monoklonaler Antikörper wurde die Bildung von spezifischen Cisplatin-DNA-Addukten im Kern einzelner Zellen der Cochlea gemessen. Zudem wurden FAEP abgeleitet.

Ergebnisse: Marginalzellen und äußere Haarzellen akkumulierten 6-8-fach höhere Spiegel von Cisplatin-DNA-Addukten als andere Zellen des Innenohres. Dies geht einher mit ausgeprägten Hörverlusten. Die Co-Applikation von Inhibitoren dieses Prozesses führte zu einer erheblich niedrigeren Addukt-Akkumulation sowie zu einer signifikanten Verringerung der Cisplatin-induzierten Hörverluste.

Schlussfolgerung: Die Anreicherung von Therapie-induzierten DNA-Schäden in distinkten Cochlea-Zellen bildet die molekulare Ursache für die hohe Ototoxizität von Cisplatin. Durch eine pharmakologische Blockierung von aktiven Importmechanismen lassen sich im Mausmodell die zelluläre und die funktionellen Innenohrläsionen erheblich reduzieren.

Kenntnisse der Pharmakodynamik und ihrer Modulatoren eröffnen Möglichkeiten zu effizienten pharmakologischen Protektionsstrategien in der Klinik.