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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Hör-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen bei hessischen Schulkindern: Ergebnisse eines Screenings bei über 3000 Schülern im Alter zwischen 5 und 18 Jahren

Meeting Abstract

  • corresponding author Eckhard Hoffmann - Hochschule Aalen, Studiengang Augenoptik und Hörakustik, Aalen
  • Jörg Silberzahn - Praxis, Aßlar
  • Annette Limberger - Hochschule Aalen, Aalen
  • Dorothea Beigel - Projektbüro Schule & Gesundheit, Staatliches Schulamt, Wetzlar

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod238

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod238.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Hoffmann et al.
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Gliederung

Text

Im Rahmen eines bislang europaweit einzigartigen Screeningprojektes wurden im Frühjahr/Sommer 2007 Hör-, Seh- und Gleichgewichtsuntersuchungen bei 3338 Schülern im Alter zwischen 5 und 18 Jahren durchgeführt. Schäden des Sensoriums den beeinflussen den Lernprozess nachhaltig, deshalb wurde ein interdisziplinäres Untersuchungskonzept gewählt und zudem Leistungsdaten in den Fächern Deutsch Mathematik und Sport erhoben.

Hörverluste von mehr als 15 dB HL wurden bei 9% der untersuchten Schüler beobachtet. Es wurden unversorgte Schwerhörigkeiten entdeckt, bei denen eine weitere diagnostische Abklärung notwendig ist. 37% der Grundschüler gaben an, schon einmal Tinnitus gehabt zu haben, bei Schülern der Klasse 8–10 waren es bereits 65%. 17% der Schüler berichten von Symptomen einer Hyperakusis. Es zeigt sich ein deutlicher Einfluss sozialer Faktoren auf die Prävalenz von Hörschäden, musizierende Kinder hatten signifikant weniger Hörschäden. Schulkinder, die im Besitz eines MP3-Players sind, berichteten häufiger von Tinnitus , wiesen jedoch auch bei intensiver Nutzung des MP3-Players keine vermehrten Hörschäden auf. Schallpegelmessungen in Schulklassen ergaben z.T. Werte, bei denen für Kinder wie Lehrer Gehörschutz anzuraten wäre.

Die Ergebnisse belegen die Notwendigkeit flächendeckender Screeninguntersuchungen der Sinnesorgane bei Schulkindern, da die beobachteten sensorischen Schäden zu nicht aufholbaren Lerndefiziten führen können, falls diese nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Zudem ist ein verstärktes Augenmerk auf die Gestaltung sinnes- und lernfreundlicher Klassenzimmer zu legen, die geschädigten Kindern bessere Grundvoraussetzungen für die Aufnahme des Lernstoffes bieten.

Unterstützt durch: Hessisches Kultusminsterium