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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Ototoxizität von Artemether/Lumefantrin: eine randomisierte klinische Studie

Meeting Abstract

  • corresponding author Robert Gürkov - HNO-Klinik LMU München, München
  • Teferi Eshetu - Department of Microbiology, Jimma, Äthiopien
  • Isabel Barreto Miranda - Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, LMU, München
  • Eike Krause - HNO-Klinik, LMU, München
  • Thomas Löscher - Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, LMU, München
  • John Martin Hempel - HNO-Klinik, LMU, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod234

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod234.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Gürkov et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Artemisinin-basierte Kombinationstherapien (ACT) sind heute allgemein anerkannt als Mittel der ersten Wahl in der Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica. Kürzliche Berichte über mögliche oto-/neurotoxische Effekte haben jedoch angesichts des schnell zunehmenden Einsatzes eine kontroverse Diskussion entfacht. Das Ziel dieser Studie war es, negative Effekte auf den Hörapparat zu evaluieren, indem eine umfangreiche audiologische Testbatterie in eine randomisierte klinische Studie integriert wurde.

Methoden: 103 Patienten mit unkomplizierter Malaria tropica in einem endemischen Gebiet in Äthiopien wurden einer von drei Behandlungsgruppen zugeteilt: 1. Artemether-Lumefantrine, 2. Atovaquon-/Proguanil oder 3. Quinin. Serielle Messungen der Hörschwelle, der DPOAE und der BERA-Latenzen sowie klinische Untersuchngen wurden vor und 7, 28 und 90 Tage nach Beginn der Therapie durchgeführt.

Ergebnisse: Nur die mit Quinin behandelten Patienten zeigten einen vorübergehenden Anstieg der Hörschwellen. Eine korrelierende Schwächung der DPOAE-Pegel bestätigte den kochleären Ursprung dieser Schädigung. Keine der Behandlungsgruppen zeigte eine signifikante Verlängerung der BERA-Interpeak-Latenzen. Im Verglieich zu Normdaten waren die Interpeak-Latenzen bei einem Patienten in der Quinin-Gruppe (Jewett III-V) am Tag 28 verlängert, jedoch nicht am Tag 90. Er hatte keine Hörminderung oder neurologische Defizite.

Schlussfolgerung: Diese Studie konnte keine ototoxischen Effekte von Artemether-Lumefantrine auf kochleärer oder Hirnstammebene nachweisen. Wir konnten außerdem demonstrieren, dass der Quinin-induzierte Hörverlust auf kochleäre Schädigung zurückzuführen ist.

Unterstützt durch: Programm zur Förderung von Forschung und Lehre (FöFoLe) der LMU München