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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Kontinuierliche intravenöse Analgesie in der Palliativbetreuung von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren

Meeting Abstract

  • corresponding author Jens Büntzel - HNO-Klinik am Südharzkrankenhaus Nordhausen, Nordhausen
  • Heike Büntzel - Klinik für Anästhesie, Südharz-Krankenhaus Nordhausen, Nordhausen
  • Assadulla Garayev - HNO-Klinik am Südharzkrankenhaus, Nordhausen
  • Jürgen Gäbert - HNO-Klinik am Südharz-Krankenhaus, Nordhausen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod118

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod118.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Büntzel et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Dysphagie und Kachexie erschweren eine kontinuierliche Analgesie bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren, da sowohl die transdermale als auch die enterale Aufnahme oft gesört ist. Pumpsysteme zur kontinuierlichen intravenösen Morphinanalgesie können eine Alternative darstellen.

Material und Methode: Wir berichten unsere Erfahrungen mit 21 Patienten, die wir zwischen 2006 und 2007 mit derartigen Systemem betreut haben. Die mediane Überlebenszeit dieser Patienten betrug 2 Monate (range 14-124 Tage). Alle Patienten litten an einem fortgeschrittenen Kopf-Hals-Karzinom und hatten über eine unzureichende Analgesie mit transdermalem Fentanyl und enteralem Morphin geklagt. Im Rahmen einer sg. Opiatrotation wurden intravenöse Dosen von 200 mg bis 1.150 mg/d Morphin erreicht. Zur Fortführung der IV-Therapie verwendeten wir bei 10/21 Patienten elektronisch kontrollierte Pumpsysteme mit der Möglichkeit der limitierten Bolusanforderung. Weitere 11 Patienten erhielten einfache, mechanisch kontrollierte Pumpsysteme.

Resultate: Alle Patienten berichteten über eine verbesserte Analgesie. 19/21 Patienten waren schmerzfrei. Komplikationen waren Portinfektionen bei 7/21 Patienten, eine deutliche Somnolenz bei 3/21 und der bewusste Abusus von 2/21 Patienten. Beide Abusussituationen wurden durch die Möglichkeit zur Bolusapplikation eröffnet. Die Zeitdauer der kontinuierlichen Morphinanalgesie betrug zwischen 2 Wochen and 4 Monaten. 10/21 Patienten verstarben zu Hause.

Zusammenfassung: Die kontinuierliche intravenöse Morphinanalgesie über Pumpsysteme stellt eine sichere und einfache Variante der suffizienten Palliativtherapie dar. Bolusapplikationen sollten nur für Patienten mit einer hohen Compliance vorgesehen werden.