gms | German Medical Science

79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Unterschiedliche Zytokinprofile nach nasaler Allergenprovokation und während natürlicher Allergenexposition

Meeting Abstract

  • corresponding author Martin Wagenmann - HNO-Universitätsklinik, Düsseldorf
  • Alexander Pohle - HNO-Universitätsklinik, Düsseldorf
  • Kathrin Scheckenbach - HNO-Universitätsklinik, Düsseldorf
  • Adam Chaker - HNO-Universitätsklinik, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod023

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod023.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Wagenmann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Freisetzung von Th2-Zytokinen gilt als typisches Merkmal der Allergie. Dennoch zeigten wir in vorangehenden Studien, dass bei allergischer Rhinitis während natürlicher Allergenexposition sowohl Th2- als auch Th1-Zytokine vermehrt produziert werden. Um die Hypothese zu überprüfen, dass dies im Zusammenhang mit der Chronizität der Erkrankung steht, untersuchten wir die Produktion von Th2- und Th1-Zytokinen in der Nasenschleimhaut nach einer nasalen Allergenprovokation (NPT) allergischer Patienten.

Methoden: Bei 14 Patienten mit einer intermittierenden (saisonalen) allergischen Rhinitis und bei 13 nicht-allergischen Kontrollpatienten führten wir einen NPT außerhalb der Saison durch. Am darauf folgenden Tag wurden Proben aus der unteren Nasenmuschel gewonnen. Daraus wurden Einzelzellsuspensionen angefertigt und mit ELISPOT-Assays die Anzahl der zytokinproduzierenden Zellen bestimmt.

Ergebnisse: NPT verursachte nur bei Allergikern signifikante Anstiege in Symptomen, Niesen und nasalem Atemwegswiderstand. Die Anzahl der IL-4 (p=0,027) und IL-5 (p=0,04) produzierenden Zellen war bei Allergikern im Vergleich zu Kontrollen signifikant erhöht. Für IL-12 (p=0,27) und IFN-γ (p=0,75) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Schlussfolgerungen: Diese Studie zeigt, dass NPT zu einer gesteigerten Produktion der Th2- aber nicht der Th1-Zytokine führt. Da hingegen bei natürlicher Allergenexposition sowohl die Th2- als auch die Th1-Synthese vermehrt ist, scheint die Chronizität der natürlichen Erkrankung zu einem Anstieg der Th1-Zytokine zu führen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der experimentellen Bedingungen unter denen Zytokine gemessen werden und könnten zudem relevant für neue Behandlungsstrategien sein.