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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Allergie durch Rapspollen – eine zunehmende Gefahr?

Meeting Abstract

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  • Michael Kühn - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • corresponding author Guido Mühlmeier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Heinz Maier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod011

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod011.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Kühn et al.
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Gliederung

Text

Der zunehmende Anbau von Raps (Brassica napus) zur Gewinnung nachwachsender Energierohstoffe fördert die Exposition gegenüber volatilen Pflanzenbestandteilen. Raps ist eine partiell windbestäubende Pflanze mit sehr unterschiedlichen allergenen Proteinen, so dass sich die Frage nach der Bedeutung von Allergien durch Rapspollen stellt.

Im Zeitraum von Januar 2006 bis Juni 2007 wurden insgesamt 762 Patienten im Pricktest als Pollenallergiker entdeckt. Bei 53 Patienten zeigte sich im Pricktest eine zumindest einfach positive Reaktion auf Rapspollen. Diese Patienten wurden hinsichtlich der Allergenprofile, Kreuzallergien und Prävalenz von Panallergenen untersucht.

Relevante IgE-Antikörpermengen konnten bei 35% der Patienten gemessen werden. Diese wiesen signifikant höhere Gesamt-IgE-Spiegel auf, hatten in 89% weitere Pollenallergien und in 56% IgE-Antikörper gegen Profilin. In der nasalen Provokation reagierten 52% positiv.

Die Verteilung der Begleitallergene bei Rapspollenallergikern weisen auf eine hohe Rate von Kreuzallergien auf diverse Pollen hin. Eigenständige Rapspollenallergien wurden in 3 Fällen beobachtet. Darüber hinaus scheint die große Anzahl an Mucosa-irritierenden volatilen Substanzen der Rapspflanze einen Verstärkungsfaktor bei einer Rapspollenallergie zu spielen. Für die Therapie bedeutet dies eine neben der Behandlung der Kreuzallergene bisher noch in Einzelfällen die Indikation zur spezifischen Immuntherapie gegen Rapspollen.