gms | German Medical Science

79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Einsatz von humanen Lymphozyten in einer Genotoxizitäts-Testbatterie zur Beurteilung genotoxischer Effekte durch Nikotin

Meeting Abstract

  • corresponding author Katja Kampfinger - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg
  • Gudrun Friehs - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg
  • Rudolf Hagen - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg
  • Norbert Kleinsasser - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod007

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod007.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Kampfinger et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Für das Hauptalkaloid des Tabakrauches Nikotin konnten genotoxische Effekte in humanen Lymphozyten sowie an Zellen des oberen Aerodigestivtraktes im Comet Assay nachgewiesen werden. Zur Bestätigung einer Genotoxizität von Nikotin müssen die im Comet Assay detektierten genotoxischen Effekte als manifeste DNA-Schäden nachgewiesen werden. Ziel des Projektes ist die Verifizierung der Genotoxizität des Nikotins in humanen Lymphozyten durch den Einsatz einer Genotoxizitäts-Testbatterie.

Methoden: Lymphozyten wurden aus Vollblut gesunder weiblicher Spender isoliert und stimuliert. Anschließend wurden die Lymphozyten mit 1µM, 10µM, 100µM und 1mM Nikotin für 24h behandelt. Nach der Behandlung wurden zytotoxische Effekte durch die Bestimmung der Vitalitäten im Trypanblau-Aussschluss-Test ermittelt. Genotoxische Effekte wurden mittels Comet Assay, Schwesterchromatidaustausch-Test und Chromosomenaberrations-Test nachgewiesen. Die Bestimmung von Apoptosen erfolgte durchflusszytometrisch unter Verwendung eines Annexin-V-Antikörpers.

Ergebnisse: Die Nikotinexposition führte zu genotoxischen Effekten in den beiden Indikator-Testsystemen Comet Assay (n=5) und Schwesterchromatidaustausch-Test (n=3), die als manifeste DNA-Schäden im Chromosomenaberrations-Test (n=5) bestätigt werden konnten. Parallel zu den genotoxischen Effekten zeigten die durchflusszytometrischen Analysen eine antiapoptotische Wirkung des Nikotins (n=5).

Schlussfolgerung: Die Testergebnisse legen nahe, dass Nikotin zu DNA-Schäden in den Zellen führt (genotoxische Wirkung), die nicht durch Apoptoseinduktion eliminiert werden (antiapoptotische Wirkung). Denkbar wäre, dass die durch Nikotin induzierten DNA-Schäden im Organismus akkumulieren und somit zur Tumorinitiation beitragen.