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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Progrediente Fazialisparese durch ein Felsenbeinhämangiom des Nervus fazialis - Ein Fallbericht

Meeting Abstract

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  • corresponding author Kathrin Binkowski - HNO UNI Koeln, Koeln
  • S.-F. Preuss - HNO UNI Koeln, Koeln
  • K.-B. Hüttenbrink - HNO UNI Koeln, Koeln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod600

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod600.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Binkowski et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Hämangiome des Nervus Fazialis sind selten. Sie machen 0,7% aller Felsenbeintumoren aus und können trotz ihres gutartigen histologischen Charakters eine Fazialisparese verursachen.

Fallbericht: Eine 54-jährige Patientin stellte sich mit kompletter peripherer Fazialisparese rechts vor. Diese hatte sich über einen Zeitraum von 6 Jahren progredient entwickelt. Es wurde auswärtig nach wiederholt unauffälliger Bildgebung mittels CT und MRT des Schädels die Diagnose einer idiopathischen Fazialisparese gestellt.

Klinisch zeigte sich eine komplette Fazialisparese der rechten Seite (H.-B.-I. VI/VI) mit einem Lagophtalmus. Der restliche Hirnnervenstatus, die Liquorpunktion, Serolo-gie, Routinelabor und die Sonographie der Parotisregion waren unauffällig. Im EMG wurden weder Reinnervationszeichen noch pathologische Spontan- oder Willküraktivitäten gefunden. Der Verlauf und die Befunde im EMG ließen eine Neoplasie als Ursache für die Parese vermuten, sodass wir eine chirurgische Exploration des peripheren Fazialisverlaufes durchführten. Nach Mastoidektomie zeigte sich ein nach kranial die Stapediussehne erreichender und kaudal bis ans Foramen stylomastoideum ziehender Tumor des Nervus fazialis, der in toto entfernt werden konnte. Histologisch wurde die Diagnose eines intraossäres kavernöses Hämangioms gestellt. Retrospektiv konnte der Tumor in der auswärtig durchgeführten Schnittbilddiagnostik von einem erfahrenen Neuroradiologen eindeutig identifiziert werden.

Diskussion: Der beschriebene Fall unterstreicht den Stellenwert der elektrophysiologischen Untersuchung zur Diagnosefindung unklarer Fazialisparesen. Außerdem zeigt er die Schwierigkeit auf, seltene Tumoren der Schädelbasis in bildgebenden Verfahren zu identifizieren.