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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Schwindel als seltenes Leitsymptom bei schlafbezogenen Atemstörungen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Till Metz - HNO-Uni Würzburg, Würzburg
  • Christian Köhler - HNO-Uni Würzburg, Würzburg
  • Martina Weber - HNO-Uni Würzburg, Würzburg
  • Andreas Horst Schmidt - HNO-Uni Würzburg, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod593

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod593.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Metz et al.
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Gliederung

Text

Die Leitsymptome bei schlafbezogenen Atemstörungen (SBAS) sind unregelmäßiges Schnarchen, pathologische Morgen- oder Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung am Tage. Häufig finden sich vermehrte nächtliche Transpiration, morgendliche Mundtrockenheit und Kopfschmerzen. Vertigo als initiales Symptom einer SBAS ist bisher selten erfasst worden.

Innerhalb 3 Monate stellten sich in unserer Ambulanz 2 Patienten mit Vertigo unklarer Genese vor. Patient 1 klagte über seit 6 Monaten bestehendem Dreh- und Schwankschwindel, welcher nach hno-ärztlicher und orthopädischer Diagnostik durch Niedergelassene als Vertigo unklarer Genese mit phobisch-vegetativer Komponente klassifiziert wurde. Eine durch uns durchgeführte Vestibularisprüfung ergab eine beidseitige periphere Untererregbarkeit der Vestibularorgane. Die Fremdanamnese durch die Ehefrau ergab deutliche Hinweise auf eine obstruktive SBAS. Dies konnte nach zwei Polysomnograhien mit jeweils einem AHI von 42,1/h und 47,4/h bestätigt werden. Unter einer eingeleiteten n-CPAP-Therapie war der Patient beschwerdefrei.

Patient 2 stellte sich mit seit 7 Monaten bestehendem Schwindel und Cephalgien vor. Eine auswärts durchgeführte neurootologische Untersuchung ergab die Diagnose periphere Vestibularisstörung links. Auch hier konnte durch fremdanamnestische Hinweise durch die Ehefrau die Verdachtsdiagnose SBAS gestellt werden. Durch die anschließende Polygraphie konnte eine rückenlageassoziierte SBAS mit einem AHI von 21,7/h diagnostiziert werden.

Somit sollte bei vertiginösen Beschwerden unklarer Genese die Differentialdiagnose SBAS in Betracht gezogen werden und gezielt in der Anamnese nach ausgeprägter Rhonchopathie und Apnoephasen gefragt werden. Bei positiven Hinweisen sollte eine ambulante Polygraphie erfolgen.