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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Schwerwiegende Komplikationen der akuten Sinusitis frontalis

Meeting Abstract

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  • corresponding author Andreas Leunig - HNO-Klinik, LMU-München, München
  • Eberhard Uhl - Neurochirurgie, München
  • Anne Kremer - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, München
  • Christian Betz - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, London

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod540

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod540.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Leunig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Komplikation der Sinusitis frontalis können trotz der Seltenheit im Zeitalter der antibiotischen Therapie ein ernstzunehmendes, potentiell lebensgefährliches Problem in der modernen Gesundheitsversorgung darstellen. Ziel der vorgestellten Untersuchung ist, anhand einer klinischen Serie diagnostische und therapeutische Strategien aufzuzeigen und kritisch zu beleuchten.

Methoden: Im Rahmen einer retrospektiven, monozentrischen Studie wurden schwerwiegende entzündliche Komplikationen einer akuten Sinusitis frontalis über einen Beobachtungszeitraum von 7 Jahren erfasst und Anamnese sowie durchgeführte diagnostische und therapeutische Maßnahmen ausgewertet.

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden 12 Patienten (mittleres Alter 47 Jahre) mit Komplikation einer akuten Sinusitis frontalis identifiziert; dies entspricht im eigenen Patientengut 0.3% aller Patienten mit Nasennebenhöhlenoperation und 15.4% aller Patienten mit infektiösen Komplikationen akuter Sinusitiden. Folgende Gruppen wurden subklassifiziert: Endokranielle Komplikation (4/12), frontale Osteomyelitis (4/12) und frontale/orbitale Weichgewebsinfektion (4/12). Das Erregerspektrum umfasste vornehmlich Staphylo- und Streptokokken. Alle Patienten wurden antibiotisch und umfassend chirurgisch behandelt. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 32 Monaten lag die krankheitsbedingte Mortalität sowie die Rate schwerwiegender Krankheitsfolgen bei 0%.

Schlussfolgerungen: Bei adäquater und frühzeitiger Erkennung mit entsprechend rasch darauf folgender Therapie (OP, i.v. Antibiose) können langfristige Mortalität und Morbidität kontrolliert werden. Eine enge Kooperation mit angrenzenden Fachdisziplinen (Neurochirurg, Augenarzt) ist zwingend erforderlich.